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Dienstag, 24. Mai 2016

Kretas vergessene Busse

Letztes Jahr zu dieses Zeit war ich zelten auf Kreta. Eine meiner entspanntesten Reisen überhaupt, obwohl jeden Tag ein Platz zum Wildcampen gefunden werden musste. War aber kein Problem. Die Insel habe ich per Mietwagen erkundet, ich bin also etwas rumgekommen. Aufgefallen ist mir nicht nur die landschaftliche Schönheit der griechischen Insel, sondern auch die vielen verlassenen Busse am Wegesrand. Und wie ihr vielleicht wisst, ich bin ja ein paar Jahre lang selbst einen VW T4 Camper gefahren. Ein Foto von ihm findet ihr auf der "über mich" Seite.


Ich bin an vielen Bussen einfach vorbei gefahren und habe keine Fotos gemacht, aber mein Bruder, der ein paar Tage später auch auf Kreta Urlaub gemacht hat, der hat Fotos gemacht. Und die zeige ich jetzt mal. Nach dem Thema "Straßen Marokkos" jetzt also "Kretas vergessene Busse". Einige stehen wirklich da, also ob sie vor Jahren liegengeblieben und stehengelassen wurden. Manche sind Camper, die meisten aber Nutzfahrzeuge. Einige sehr alt, andere sogar noch ansatzweise neu.


Ein alter Kantina Bus. Bis vor einigen Jahren noch als Strandtaverne genutzt, jetzt steht er etwas abseits und ein kleines klappriges Gebäude hat seine Dienste übernommen.


Einer der Busse die aussehen, als hätten er vor Jahren eine Panne gehabt und dann einfach dort von seinen Besitzern an Ort und Stelle stehengelassen worden. 
 

Ein weiterer Bus aus der Kategorie stehengelassen. Dieser hat sogar noch ein Nummernschild und sieht meiner Meinung nach noch recht fahrtüchtig aus.


Nicht wirklich ein Bus, aber trotzdem schön. Ich denke dieser fährt sogar noch durch die Gegend!
 

Ein schmucker VW Transporter. Noch gut erhalten und fahrtüchtig. Ein freundliches Fahrzeug wie ich finde.


Dieser Kandidat fährt definitiv nicht mehr. Er dient als Strohlager. Oft stehen alte Busse auch auf Schaf- und Ziegenweiden als Behausung für die Tiere.


Ein wahres Schmuckstück ist dieser alte Mercedes Transporter. Hat seine besten Zeiten aber auch schon hinter sich.


Und wieder ein am Wegesrand vergessener Bus. Inzwischen voll mit Müll und verwachsen mit der umgebenden Natur. Wird wohl nicht mehr abgeholt werden...


Der Klassiker, ein VW T4. Bin selbst mal einen gefahren. Ich denke dieser Campingbus hätte sogar noch eine Chance, wenn sich ihm jemand erbarmen würde.
 

Und zum Schluß noch ein VW, wieder ein T4. Eingebaut in eine Zaunkonstruktion. Wahrscheinlich begehbar für das Weidevieh von der anderen Seite. Und das war es auch schon von den vergessenen Bussen Kretas. Auf bald!

Donnerstag, 20. August 2015

Entern und kentern - Kanu fahren im Lautertal

Dieser Sommer macht seinem Namen alle Ehre. Hier im Süden ist es einfach nur heiß. Immer. Ohne Regen, ohne Abkühlung. Leider gibt es hier weiterhin keine Badeseen und ich habe eine persönliche Abneigung gegen Freibädern. Hier gibt es wirklich ganz tolle, aber irgendwie ist es mir da zu voll und es gibt zu viel Wespen und komische Menschen. Allerdings ist Thomas total wild auf Meer, Seen und Flüsse. In alles, wo man reinspringen kann, springt er rein. Also musste eine Lösung her. Wir setzten uns hin und überlegten, wohin es am Wochenende gehen könnte. Wir suchten Wasser, Ruhe und Schatten.


Gefunden haben wir all das im nahegelegenen Lautertal. Dort fließt, wer hätte das gedacht, die Lauter. Und zwar die Große Lauter. In der letzten Woche sind wir letztendlich dreimal dort hingefahren. Der Hitze wegen und dann wegen der Schönheit der Landschaft. Und das waren sehr unterschiedliche Tage, sag ich euch!

Montag, 3. August 2015

Auf Trallafitti im hohen Norden


Mein Herz gehört dem Norden. Ich bin als Kind fast jede Sommerferien mit meinen Eltern in Dänemark an der Nordsee gewesen. Später ging es dann eher Richtung Süden. Interrail durch Frankreich oder Sonnenbaden am spanischen Mittelmeer. Jahrelang war ich dann nicht mehr in Skandinavien. Vor ein paar Jahren, nachdem wir uns unseren VW Bus gekauft hatten, sind wir als erste große Tour nach Norwegen gereist. Ein wahrgewordener Traum war diese Reise. Und dann hatten wir auch noch so herrliches Wetter! Wir waren auch in Schweden und auf der Hin- und Rückfahrt in Dänemark, aber mein Herz habe ich definitiv in Norwegen verloren, irgendwo zwischen Bergen und den Vesterålen. Skandinavisches Design, diese besondere Lebensart, die atemberaubende Landschaft, einmalig! Ich könnte mich in der norwegischen Landschaft verlieren. Einatmen und für immer innehalten.

Mittwoch, 24. Juni 2015

Hamburg - Ein musikalischer Instagram-Foto-Spaziergang

Jetzt schreibe ich hier so viel über Fernweh, Heimweh, Stadt - Land - Lebensweh und habe euch noch gar nicht mein altes zu Hause Hamburg vorgestellt. Das mache ich nun kurz und knapp als Stadtspaziergang, mit 9 Hamburg Liedern (warum immer 10?!) und ein paar Instagramcollagen. Wenn ich auch oft Hamburgheimweh habe, ich weiß trotdem noch was ich doof fand und mich genervt hat. Gut fand ich aber immer einen Spaziergang durch Eimsbüttel und die Schanze. Oder Fahrradfahren durch St. Pauli bis zur Elbe runter. Und ich habe bei dem Gedanken daran direkt Lieder im Ohr. Also, Vorhang auf für den großen musikalischen Instagram-Foto-Spaziergang durch Hamburg. 

 Meine 9 Hamburg Songs für den 
Instagram Spaziergang:


    Wie ihr sehen werdet, meine Instagram Anfänge waren sehr Rahmen und Filter lastig. Sorry dafür.
     

    Und los geht es immer von oben links im Uhrzeigersinn rum bis unten links: 1. Wurst ist schlimmer als Heimweh. Dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen. Stand mal an der Toast Bar, wo seit Jahren gerne abends auf dem Bürgersteig gesessen wird. Und der Straße. Und überall. Eine Straßenkreuzung wird einfach von den Leuten eingenommen und zu einer Art Guerrilla Biergarten. Nennt man anscheinend inzwischen "Cornern". Schon lustig... 2. Pancakes im Karoviertel. Hmn! 3. Mein Gemüsehändler hatte im Winter auch eine Art Ersatzschlitten im Angebot. Bodybords. 4. Piratenfrau in der Susannenstraße.

    Dienstag, 26. Mai 2015

    Auf Trallafitti im Elsass - Orte und Städtchen

    Freitag frei! Jey, also geht es auf Trallafitti. Wohin? Es sollte eigentlich in den Pfälzer Wald gehen, weil es da wunderherrlich schön ist, aber auf Grund von Stau und Umleitungshorror sind wir dann im Elsass gelandet. Anstatt 2 waren wir über 4 Stunden unterwegs und noch nicht am Ziel. Was also machen? Wir haben einfach da, wo wir gerade waren einen schönen Ort gesucht und sind dort geblieben. Weil wunderherrlichschön ist es im Elsass auch.


    Was soll ich sagen, die Landschaft ist lieblich, die Örtchen pittoresk, alles in allem ist es wahnsinnig charmant in Frankreich. Und im Elsass ist es noch mal charmanter. Behaupte ich jetzt mal. Außerdem sind viele Begriffe und Ortsnamen auf deutsch und das hört sich sehr ulkig an. Wir waren passenderweise am 8. Mai vor Ort und haben somit mit den Franzosen das Kriegsende vor 70 Jahren gefeiert. Das Städchen, bei dem wir einen feinen Schlafplatz gefunden haben, war mit vielen Fahnen und ausgestopften Soldaten geschmückt und ein paar alte Militärjeeps sind mit fröhlichen Einheimischen durch die Botanik gebrettert. Unser Auto ist immerhin genauso Blau wie das in den Fahnen und Wimpeln, haben wir also gut reingepasst in die feierliche Ortsdeko.

    Mittwoch, 22. April 2015

    Auf Trallafitti im Blütenrausch

    Es ist endlich so weit, mein langersehntes Frühlingszauberland vor der Haustüre erblüht in schönster Pracht! Ich möchte mich in die Landschaft werfen und den Moment  für immer festhalten. 


    Was für ein Wahnsinn, den der Frühling jedes Jahr aufs Neue wieder aus der Hosentasche zaubert! Und das Beste daran? Ich teile nicht nur gerne das Warten darauf wie die letzten Wochen geschehen, nein, ich lasse euch jetzt auch daran teilhaben!

    Donnerstag, 19. März 2015

    Auf Trallafitti in Dänemark - Einmal rund um Jütland


    Ich sollte jetzt wohl einen Beitrag über Sri Lanka schreiben, aber irgendwie ist das aktuell nicht möglich. Ich hänge gedanklich der Reise noch extrem hinterher und kann bisher meine subjektive Meinung noch überhaupt nicht kundtun, meine objektive Meinung erst recht nicht. Was mache ich also, ich schreibe über eine kleine Reise, die schon Jahre zurück liegt - und mir gleichzeitig sehr am Herzen. 2008 war ich Volontärin in Hamburg und habe im Sommer nur eine einzige traurige Woche Urlaub bekommen. Die habe ich dann mit Thomas und unserem damals noch einigermaßen quietschfidelen VW Bus gemeinsam in Jütland verbracht. Bitte entschuldigt die Qualität der Fotos, aber das ganze liegt technisch gesehen ja schon 2 Jahrhunderte zurück.


    Dänemark sollte allen ein Begriff sein, ganz viele Nordrhein-Westfalen meiner Generation haben dort ihre Sommerferien verbracht und viele Norddeutsche wohl sowieso. Für mich ist Dänemark nicht wie für die meisten Blogger nur die hippe Hauptstadt Kopenhagen, nein, für mich bedeutet Dänemark hauptsächlich die Halbinsel Jütland, der Zipfel oberhalb von Schleswig-Holstein. Über Falster, Lolland, Seeland und Møn könnte ich auch noch was schreiben, aber Jütland gefällt mir einfach viel besser. Vielleicht schreibe ich eher sogar mal was über Kopenhagen, denn toll ist es dort ohne jede Frage!

    Aber jetzt widme ich mich Jütland. Kaum bin ich da, kann ich sofort von allem Alltagsstress abschalten, finde Ruhe und Glückseeligkeit. Das ist Dänemarks Hauptstärke. Zufriedenheit zu vermitteln. Und außerdem liegen in Jütland meine absoluten Traumstrände. Auch nach Reisen durch Australien, Thailand und Urlaub auf Sri Lanka, meine Definition von Strand ist und bleibt ein sommerlicher Strand an der dänischen Nordseeküste. Steigt man die Düne empor (die gehört natürlich zu einem ordentlichen Strand dazu), dann schaut man aufs glitzernde Meer, den nicht enden wollenden Sandstrand und vielleicht auf einen von der Nordsee angeknabberten Bunker. Eventuell liegen dort noch ein paar Steine, Taue und Baumstämme, aber keine Menschen. Besser gesagt: Der Strand ist leer. Das macht das Strandleben heutzutage etwas schwierig für mich, alle anderen Strände auf der Welt sind für mich überfüllt, selbst am einsamsten Strand an der neuseeländischen Küste laufen immer noch 2 andere deutsche Touristen rum. Und sogar in Dänemark habe ich inzwischen gemerkt, dass in den Dünen doch einige andere Menschen liegen. Am Strand selbst ist es halt leider meist viel zu windig. Und die Sonne scheint in Warheit auch gar nicht immer, aber... Schwamm drüber!


    2008 kam uns auf Grund der einen, doch sehr knappen Urlaubswoche die Idee, Jütland zu umrunden und Skagen als unser persönliches Nordkap zu betrachten. Also sind wir losgefahren, den Bus vollgepackt mit Lebensmitteln und Campingzeug. Wir haben unsere Fahrräder mitgenommen um ein paar Städte zu erkunden, Århus und Aalborg lagen nämlich auch auf unserer Route. Gebraucht habe ich dafür aber eher meine Gummistiefel.

    Rauf in Richtung Norden, die Ostsee im Blick


    Los geht es mit einem Aufenthalt an der dänischen Seenplatte bei Skanderborg. Hier liegen am schönen See Mossø auch die höchsten Erhebungen des Landes, der Møllehøj ist mit 170,86 m der höchste Berg Dänemarks. Immerhin 54,84 m höher als der höchste Berg Hamburgs, der Hasselbrack mit 116,02 m. Man merkt, ich liebe die Berge! Daher haben wir auch den Himmelbjerget bestiegen und den Ejer Bavnehøj. Dänemark mal ganz anders, ohne Strand und Dünen und trotzdem sehr schön. Aber die Berge sind dann doch wohl eher Hügel...


    Nach den wagehalsigen Bergabenteuern ging es für uns kurz darauf schon wieder zurück ins pralle Leben nach Århus, auf einen kleinen Stadtbummel.


    Ist man im städtischen Umfeld in Dänemark unterwegs, dann kann man die Dänen wirklich nur beneiden. So viel Stilbewusstsein und Understatement, das können nur Skandinavier. Und auch wenn Dänemark noch nicht wirklich Skandinavien ist, schicke Einrichtungsgegenstände und nette Cafés können sie echt verdammt gut. Neid. Wir gehen an Kanälen spazieren, besuchen den Hafen und machen und dann auf, um noch einen Schlafplatz außerhalb der Stadt zu finden. Und den finden wir an einem meiner Lieblingsplätzen der gesamten Reise.


    Am Leuchturm in Ebeltoft stehen wir mit unserem Bus idyllisch ruhig und freuen uns über das Discolicht, welches der Leuchtturm nachts in unseren Bus strahlt. Am nächsten Tag erkunden wir die Umgebung, aber die Fotos sind wirklich nicht vorzeigenswert. Vielleicht noch eins mit unserem Bus. Aber ansonsten schicke ich ordentliches Unverständnis vom Jahr 2015 rüber ins Jahr 2008. Was haben wir uns damals nur gedacht, als wir diese dusteren Aufnahmen bei nur leicht bewölktem Himmel gemacht haben...


    Weil es uns hier so gut gefällt, bleiben wir den ganzen Tag in der Ecke. Wir schauen uns Knebel und Ebeltoft an, besonders letzters ein hyggeliges (dänisch für gemütlich) dänisches Nest! Wir spazieren durch Felder, schwimmen mit einem Wal (oder wenigstens nur ein paar hundert Meter entfernt von ihm) und übernachten wieder am Leuchtturm. Tags drauf beginnt der Regen. Der begleitet uns leider recht lange, so dass wir den Mariager Fjord nur erahnen und uns Aalborg nur in stömendem Regen anschauen können. Das zermürbt, wir können den Bus kaum verlassen. Aalborg ist bestimmt ein tolles Erlebnis an einem sonnigen Sommertag. Aber leider nicht an einem total verregneten. Dabei läuft in der Partymeile "Sunshine Reggae" als wir hindurchspazieren. Was hier wohl bei gutem Wetter los ist? Hilft aber alles nichts, auch am nächsten Tag bleibt uns Gewitterwetter treu und wir fahren viel. Erst kurz vor Frederikshavn lacht die Sonne wieder und wir mit ihr.


    Das Wetter bleibt uns eine kurze Weile wohlgesonnen und wir können einfach mal nur am Strand in der Sonne abhängen. Da eine Woche aber viel zu kurz zum Faulenzen ist, wollen wir weiter und die regenfreie Zeit ausnutzen. Wir schauen uns die riesige Wanderdüne Råbjerg Mile an, stapfen durch die Unmegen von Sand und erfreuen uns an den Panoramen. Wahnsinnig toll! Es sieht wieder nach Gewitter aus, aber sowohl auf der Wanderdüne, als auch später in Skagen und Grenen bleibt es trocken. Dafür sehen wir am Horizont ständig Blitze zucken. Sommerurlaub à la Dänemark.



    Am Skagen, ganz vorne an der Spitze, waren wir schon oft. Hier trifft man Seehunde, Eiderenten, viele Italiener, sowie Nord- und Ostsee gleichzeitig. Man kann ganz gut erkennen, wie die beiden Gewässer aufeinandertreffen und ordentlich Rabatz machen. 



    Unser Ziel haben wir somit erreicht, das Nordkap Dänemarks. Das bedeutet, ab jetzt begeben wir uns auf die Rückfahrt.

    Wer etwas länger Zeit hat sollte sich noch unbedingt Rubjerg Knude anschauen, den von einer riesigen Sanddüne überrollten Leuchturm bei Lønstrup. Super schön, tolle Ausblicke auf die tief unterhalb tosende Nordsee, aber wegen des verflixten Flugsands auch sehr gefährlich für Fotoapparate...


    Weniger spektakulär aber auch sehr schön, "den tilsandede kirke" südwestlich von Skagen. Dort wurde das 1805 Kirchenschiff der kleinen Kirche wegen starker Versandung abgerissen und heute steht noch der trutzige weiße Kirchturm in sehr schöner Heidelandschaft.

    Runter Richtung Süden, die Nordsee an unserer Seite


    Rückfahrt. Das Wetter genießen. Wir schlendern durch Dünenlandschaften, Heide und Sand. Es riecht überall so gut, nach Sommer und Wärme. Ich möchte hier nie wieder weg. Wir sind auf der Suche nach einem Ort aus meiner Kindheit, eine Kirche ganz nah am Abhang, ganz nah an der Nordsee. Vielleicht ist es Rabjerg Kirke? Nein, ist es nicht. Wir fahren weiter. Wir wandern zu den Rabjerg Stenen, die Heide blüht und das Meer am Ende des Weges ist wild und die Dünen extrem angefressen. Weiter geht es.

    Ein toller Ort für eine kleine Expedition ist der Vogelfelsen Bulbjerg an der Jammerbucht. Der einzige Vogelfelsen des Landes lässt sich ganz leicht erwandern und zur richtigen Jahreszeit kann man dort Dreizehenmöwen beim Brüten beobachen. Leider haben wir diesmal keine Zeit für den Felsen... Es geht immer weiter, an der Nordsee tolle Strände, aber Parkverbot für Camper. Wir übernachten an einem altbekannten Platz in Hanstholm, wo wir vor unseren Norwegen Reisen schon mal übernachtet haben. Wie gerne möchte ich jetzt auf eine Fähre und rüber nach Norwegen fahren. Hach, schweres Herz.

    Es folgen unzählige wilde, weite, menschenleere Nordseestrände. Thy, Klitmøller, Nørre Vorupør, Vangså, Agger Tange... Thomas badet und surft, ich lese und trinke Kaffee. Nächster Halt, Limfjord. Hier kann man toll rasten und Vögel beobachten. Und später in Thyborøn das Sneglehuset anschauen. Hat mich als ich klein war sehr beeindruckt, musste ich jetzt nochmal hin. Ein ganzes Haus verziert mit Muscheln und Schneckenhäusern. Aber hauptsächlich beeindruckt uns stets die Macht des Meeres und wie es hier die Küstenlandschaft formt.


    Wir übernachten am Bovbjerg Fyr, genießen Ausblicke, das Leben mit dem Bus direkt am Strand und freuen uns über das gute Wetter. Kochen mit Blick aufs Meer. Schmecken die salzige Luft. Besteigen den Leuchturm bei Hvide Sande und machen richtigen Sommerurlaub mit viel Nichtstun. Leider ist inzwischen schon Samstag und die Reise so gut wie vorbei. Eine Woche ist viel zu kurz. Wir schaffen es bis Nymindegab, morgen gehts heimwerts nach Hamburg. Doch vorher wird der letzte Abend zelebriert. Wir können mit herrlichem Ausblick parken und grillen. Und bevor die Sonne untergeht wird es ganz mystisch. Durch den Nebel hindurch geht es mit dem Rad zum Strand, ohne Rad die Dünen hoch, hinter den Dünen wartet ein schöner Sonnenuntergang auf uns - und ganz viele sich auf unser Blut freuende Gnitzen.



    Ich sag ja, Sonnenuntergänge sind nichts für mich! Und dann ist die Woche wirklich rum und der Bus schafft es noch einmal zurück nach Hamburg. Auch ein Erfolg.

    Reiseliteratur:

    Für Dänemark gibt es erstaunlich wenig gute Reiseliteratur, insbesondere für Jütland. Wir sind in Dänemark unterwegs mit folgenden Reiseführern:

    "Mit dem Wohnmobil nach Dänemark - Anleitung für einen Erlebnisurlaub" von Thomas und Yvonne Seiter aus dem Womo Verlag

    "Dänemarks Nordseeküste" von Roland Hanewald aus dem Reise Know-How Verlag

    Insbesondere der Womo Reiseführer gibt viele Hinweise auf kleine Wanderungen am Wegesrand, weist auf schöne Picknickplätze hin und ist eine gute Inspirationsquelle, auch für Menschen, die ohne Wohnmobil unterwegs sind.

    Dienstag, 18. November 2014

    Bom Dia - Auf Trallafitti in Portugal


    Es ist November und die Tage werden kürzer und dunkler. Was ist also das Beste, wenn man den Herbst genug zelebriert hat und mal wieder Lust auf Sonne hat? Genau, wegfahren! Oder eben fliegen! Das habe ich gemacht, recht spontan, recht rational, einfach mal geschaut, was das günstigste Angebot ist und gebucht. 7 Tage Albufeira in der Algarve. Ein Appartement für 160 Euro inklusive Flug. Da kann man nicht meckern. Also, Rucksack gepackt und ab in den Süden.


    Im Sommer möchte ich hier keinen Urlaub machen, in Albufeira geht dann richtig die Post ab. Im November zeigt sich der Ort aber ruhig und verschlafen. Ein Mietwagen für die Zeit kostet uns nochmal 60 Euro und schon steht einer unvergesslichen Zeit in der Algarve nichts mehr im Weg.


    Wie immer gibt es bei mir nicht "Die 10 Dinge, die man an der Algarve gemacht haben muss" oder "Die besten 10 Tipps für einen Urlaub in Portugal". Nein, ich kann nur erzählen, was ich so erlebt habe und was mir gefallen hat. Ich war gemeinsam mit Thomas bereits dreimal in Portugal. Einmal campen mit unserem Nissan Micra und Zelt, dann campen mit einem gegen den Micra eingetauschten Mazda, auch mit Zelt und dann das letzte Mal 2007 mit unserem VW Bus. Da ist er:


    Jedesmal sind wir über Frankreich und Spanien bis Portugal gefahren, haben die Veränderung der Landschaft beobachten können. Haben uns den rauen Norden des Landes angeschau und uns in Porto verliebt (und in die kostenlose Portweinverkostung auf der gegenüberliegenden Flussseite des Douro in Vila Nova de Gaia). Wir sind durch Lissabon spaziert, haben im Bus unter dem Seefahrerdenkmal übernachtet. Haben leider auch echte Slums gesehen. Und unser Herz an die Westküste des Alentejo und der Algarve verloren. Die Südküste der Algarve hatten wir nie besucht, zu touristisch für uns. Daher konnten wir jetzt das für uns "andere" Portugal entdecken, die touristsche Ecke der Fels- und Sandalgarve.


    Oben die Sandalgarve, unten die Felsalgarve.


    Das Landschaftsbild der Sandalgarve rund um Lagos, die vom Wind abgewandte Seite der Algarve, wird durch Sandstrände und Lagunen geprägt. Hier ist ein Paradies für Vogelbeobachter. Flamingos, Purpurhühner, Löffel- und Pfeifenten, Schwarzkehlchen und viele andere Stand- und Zugvögel kann man hier wunderbar beobachten. Überall tiriliert und piept es. Die Strände sind lang und weiß, man kann auf vorgelagerte Inselchen wandern oder sich per Boot durch die Lagunenlandschaft schippern lassen. Ein nettes, unaufgeregtes Fleckchen Erde.


    Die Felsalgarve, die dem Wind zugewandte Seite, besticht durch rote, steil abfallende Felsen mit traumhaften Buchten. Wirklich wunderschön ist es dort und ein wahrlich beeindruckendes Farbspiel. Hier ist im Sommer viel los, es werden alle möglichen Touren angeboten und oberhalb der Steilküste reiht sich Ferienanlage an Hotel an Ferienanlage. Aber meist sieht man all das nicht vom Strand aus.


    Der westliche Teil der Algarve wird Costa Vicentina genannt und ist viel wilder und ursprünglicher als der Rest der Region. Hier findet man atemberaubende Strände, beeindruckende Felsen, riesige Wellen und somit auch viele Surfer. Für mich der schönste Teil der Küste. Die Dörfer im Hinterland sind klein und wirken, als wäre die Zeit stehen geblieben. Aber meist hält man sich doch am Strand auf, surft, schaut Surfern zu oder wirft sich mit dem Bodyboard in die Wellen. Oder trinkt nur einen Galão und schaut dem ganzen Treiben einfach nur zu.


    Wahnsinnig viel Freude haben mir unsere Ausflüge ins weniger besuchte Hinterland gefallen. Kaum noch Tourismus, kleine Sträßchen führen durch Berg und Tal und zwischendurch warten kleine Ortschaften auf kurze Erkundungstouren. Nur in Monchique geht es wieder etwas lebhafter zu. Nicht weit entfernt liegt der höchste Berg der Serra de Monchique und damit der Algarve, mit gerade einmal 902 m ist der Fóia ein toller Platz, um den Blick von Küste zu Küste schweifen zu lassen. Hier sitz ich allerdings einen Gipfel niedriger, auch nett.


    Total schön ist die Vegetation im Hinterland. Es duftet sogar noch im November fantastisch und die Erdbeerbäume blühen und tragen gleichzeitig Früchte. Hier die hübschen Erdbeerbaumfrüchte. Die Portugiesen stellen daraus einen Schnaps her.


    Insbesondere in den Bergen bei Caldas ist die Region wasserreich und wirkt wie ein Garten Eden für Mensch und Tier. Die kühle Luft zieht im Sommer die Leute von der Küste rauf in die Berge, um mal ordentlich durchzuatmen. Hier gibt es viele Quellen und viele Möglichkeiten herrliche kleine Spaziergänge zu unternehmen.


    Die Dörfer und Städtchen kann ich gar nicht aufzählen, durch die ich mit offenem Mund durchgefahren bin. Pferdefuhrwerke, alte Autos, Geschäfte mit Einrichtungsgegenständen aus einer anderen Zeit. Ich finde das herrlich. 


    Und um doch noch einen Toptipp los zu werden, möchte ich jedem Algarvereisenden das Dörfchen Alte ans Herz legen. Inzwischen wird der Ort auch von Ausflugsbussen angefahren, aber morgens und abends hat man die Dorfidylle noch für sich. Schräg gegenüber der kleinen Markthalle gibt es eine Pasteleria mit dem Namen Agua Mel. Dort gibt es neben meinen heißgeliebten Pasteis de Nata (portugiesische Pudding Törtchen) auch Mandel-Zimt-Törtchen, die leckerer waren als alle, die ich je zuvor auf meinen Portugalurlauben gegessen habe. Und das waren wirklich landauf, landab in all den Jahren einige! 


    Das war es auch schon über Portugal und die Algarve. Ich denke, das war für mich nicht das letzte Mal am westlichsten Ende von Europa. Es gibts zwar keine richtig hohen Berge, aber trotzdem kann man schöne, kleine Wandertouren machen. Und das gehört für mich ja inzwischen zu einem perfekten Reiseziel einfach dazu. Die Strände und tosenden Wellen suchen in jedem Fall ihresgleichen. Und so schöne weltvergessene Dörfchen findet man inzwischen auch nicht mehr an jeder Straßenencke. Fazit: Portugal ist eine Reise wert! Und wer mehr auf Kultur steht, Lissabon ist nicht wirklich weit. Und wer Lust auf noch mehr Bilder bekommen hat, der schaue doch einfach hier vorbei: Klick.
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