Wieder eine neue Liebeserklärung. Aber ihr sollt mich ja auch etwas besser kennen lernen, darum find ich das für den Anfang legitim mal etwas mehr über mich und was ich mag zu schreiben. Die Büdchenliebe habe ich aus dem Ruhrgebiet mitgenommen, die Kaugummiautomatenliebe von meinem Bruder übernommen. Seitdem fotografiere ich überall für ihn Kaugummiautomaten. Mein Bruder hat inzwischen eine wahnsinnige Sammlung an tollen Fotos von noch tolleren Kaugummiautomaten, die werde ich hier bestimmt auch noch vorstellen. Die Gütleliebe ist noch neu, frisch und hat durch meine Verliebtseinbrille einen rosa Schimmer. Ich lebe ja noch nicht so lange in meiner neuen Heimat, da hilft eine neue Liebe doch sehr beim ankommen.

Meine nächste große Liebe die ich vorstellen möchte ist international, weltgewandt und irgendwie auch ein bisschen altbacken. Aber das sind ja anscheinend alles genau die Aspekte, die mich hinterm Ofen vorlocken und begeistern! Meine Liebe #4 heißt: Postkartenliebe. Und Postkarten haben ja nun wirklich viel mit auf Trallafitti sein zu tun. Denn meist schickt man sie aus den Ferien, von unterwegs. Und als Empfänger freut man sich über Grüße aus der Ferne und kann dank Postkärtchen einem kleinen Urlaubstagtraum nachgehen.
Postkarten gibt es laut Wikipedia bereits seit 1861 und zu dieser Zeit wurde noch auf der Vorderseite geschrieben, nicht wie heute hinten. Korrekt formuliert bin ich auch Fan der Ansichtskarte, denn ich interessiere mich hauptsächlich für die von Reisen und Ausflügen versendete Karte. Unnützes Wissen zu diesem Thema: Menschen die Postkarten sammeln betreiben Philokartie.
So, das war das wenige offizielle zu diesem Thema. Kommen wir jetzt zu dem was ich an Postkarten so liebe.
Wenn ich eine Postkarte bekomme, weiß ich, da hat jemand an mich gedacht. Hat mir nicht nur mal eben per Whatssapp oder Instagram ein Bildchen geschickt. Sondern hat sich die Zeit dafür genommen, um ein paar handschriftlich verfasste Zeilen an mich zu richten. Und das ist einfach ein tolles Gefühl.
Es gibt viele unterschiedliche Arten von Postkarten.
Die Standartansichtskarte. Mit einem oder mehreren Fotos oder Zeichnungen vom Urlaubsort. Der Empfänger erhält so einen Einblick in Landschaft und Kultur des Urlaubsortes des Absenders. Ich bekomme immer gerne Postkarten mit Vögeln drauf, auch darüber werdet ihr noch mehr erfahren, denn Vögel sind meine liebsten Tiere. Und Karten von der See und aus dem Norden bekomme ich inzwischen besonders gerne, denn das Meer ist ja jetzt soooo weit weg...
Dann gibt es die schönen, etwas kreativeren Postkarten. Entweder haben diese gar nichts mit dem Ort oder der Region zu tun aus der sie versendet werden, oder sie stellen die Highlights zusammengefasst künstlerisch dar. Gefallen mir persönlich recht gut. Nachdem ich die Postkarte aus Istanbul bekommen habe, habe ich richtig Lust dort hin zu reisen. Und es liegt nicht nur an der Möwe! Und der Fuchs ist einfach wunderschön. Er kann sehr gut als Dekobildchen genutzt werden. Wenn Füchse sich nur besser mit Vögeln verstehen würden...

Kommen wir zu den richtig schönen, geschmackvollen Postkarten. Die Kunstwerke in den Kartenständern. Die man eigentlich nur kaufen will, um sie danach selber zu behalten. Die Trashkönige unter den Ansichtskarten. Das nebenstehende Beispiel begeistert mich außerordentlich, ist das Kleid doch tatsächlich auf die Postkarte genäht. Genau so ist es doch auch in Spanien. Das Klischeebild Andalusiens. Die stolzen spanischen Flamencotänzer und Tänzerinnen die überall herumtanzen. Na ja, vielleicht nicht ganz. Aber in den Souvenierläden gibt es wirklich viel Ramsch der genau in diese Kerbe schlägt. Fächer und Flamencokleider für die Daheimgebliebenen. Ich liebe diese Postkarte! Sie steht neben meinem Rechner und ich erfreue mich einfach an ihrer Schönheit.
Zudem gibt es die einfachen, schlichten Ansichtskarten, gegen die wirklich niemand etwas sagen kann. Sie zeigen ein schönes Motiv des Urlaubsorts, gerne ein tolles Panorama. Diese hier habe ich erst gestern erhalten, von einer lieben Freundin aus ihrem Italienurlaub. Die Karte kommt aus Alberobello. Mit ganz ganz lieben Worten und einer süßen Zeichnung hinten drauf, die ich euch vorenthalten werde. (Aber gleich dreh ich eine Postkarte auch mal um für euch, ich bitte um Geduld.)
Ich habe mir Alberobello im Internet angeschaut und bin ganz entzückt. Schön ist es dort und meine Freundin wird dort eine gute Zeit gehabt haben. Ich freu mich unheimlich, dass sie an mich gedacht hat und werde ihr eine Postkarte als Dankeschön zurück schicken. Oder eine Whatsapp Nachricht.
Desweiteren gibt es die Ansichtkarten die hauptsächlich Neid erzeugen sollen. Meist sind Palmen drauf, türkisfarbenes Wasser und hinten steht irgendwas von Cocktails, Sonne und grauem Wetter in Deutschland drauf. Die bekomme ich aber glücklicherweise selten bis gar nicht. Ich bekomme anstatt dessen Pudel mit rosa Mützen vor der Sagrada Samilia in Barcelona. Was für eine tolle Karte! Warum es solche Karten gibt? Weil ich und meine Freunde uns diese Karten gegenseitig schicken. Mit den tollsten Texten hinten drauf! Eine liebe Freundin und ihr Freund schreiben die allertollsten. Keine Infos über Urlaub, Erlebnisse oder das Wetter, kein "Oh wie toll ist es hier und das Meer ist so warm". Nein. Sie schreiben das wirklich wichtige. Nämlich Quatsch. Meist in Landessprache. Poetisch, ideenreich, witzig. Hier auf der wunderschönen Pudelkarte gabs den Text von "Bailando" von Loona. Warum die beiden mit Macarena und Las Ketchup unterschrieben haben muss ich allerdings noch klären. Mach ich direkt mal und bedank mich für diese kleine wunderbare Aufheiterung in Textform.
Und demnächst an gleicher Stelle: Selber Postkarten gestalten macht glücklich!
Inzwischen habe ich hier bei "auf Trallafitti" bereits 2 Liebeserklärungen veröffentlicht. Kleine Oden an meine Büdchenliebe und meine Kaugummiautomatenliebe. Diese beiden begleiten mich schon einige Jahre. Ganz frisch hat sich eine neue große Liebe in mein Herz
geschlichen: Das Gütle.
Ich
kenne Schrebergärten und Kleingärten. Aber Gütle habe ich erst hier in
Schwaben kennen gelernt. Gütle sind wohl sehr ähnlich, aber irgendwie
auch komplett anders als ein Schrebergarten. Ein schwäbischer Garten
halt. Ein kleines Gut, an dem am Feierabend oder Wochenende weiter
gearbeitet (g´schafft) werden kann. Meist ist das Gütle ein Grundstück
mit viel Wiese, Obstbäumen und Sträuchern, einem Gemüsebeet und vielen
Blumen. Aber das tollste am Gütle sind die Hütten. Oft aus Holz, selbst
zusammengezimmert oder mit kleinen bis mittelgroßen Gartenhäusern am
Ende oder in der Mitte des Grundstücks. Ich liebe diese Holzhütten.
Einige sind top gepflegt, andere verwunschen bewachsen, andere liegen in
einem romantischen Dornröschenschlaf.

Seit
ich hierher gezogen bin, bin ich immer wieder auf trallafitti vor der
Haustür und fotografiere diese Kleinode der schwäbischen
Beschaulichkeit. Dieses Jahr habe ich im Frühjahr, im Sommer und im
Herbst einige Lieblingsgütle abgelichtet. Fehlt mir noch der Winter,
aber der kommt schon schnell genug. Ich werde euch also auf dem
laufenden halten, wie es meinen Lieblingsgütlen so ergeht. Welches hat
einen neuen Anstrich bekommen, wo wurde angebaut und welches wächst
immer weiter zu? Oder welches wurde gar aus dem Dornröschenschlaf
erweckt - lest es einfach hier nach. Klick.
Leider
besitzen wir selbst keins, aber allein das betrachten der Gütle von
anderen Leuten bereitet mir totale Entspannung. Vielleicht kann ich euch
ja mit meiner Gütleliebe etwas anstecken!
Vor kurzem habe ich hier meine erste große Liebe vorgestellt. Klick. Jetzt möchte ich eine weitere sehr große Liebe von mir vorstellen: Den Kaugummiautomaten. Erweckt wurde diese
Leidenschaft durch meinen Bruder, der die aussterbende Spezies seit
Jahren fotografiert. Durch ihn bin ich auf diese alten, roten Dinger,
die auf niederiger Höhe an Mauern oder Laternenpfählen angebracht sind
aufmerksam geworden.
Ich habe mir früher an einem dieser Exemplare tatsächlich
auf dem Weg zur Grundschule hin und wieder kleine Kaugummikugeln für ein
paar Pfennig rausgelassen, daran kann ich mich noch erinnern. Geld
einwerfen, den Nupsi drehen und schon kullert die Kugel in den sehr
hygienischen Auffangbehälter. In den greift man dann rein und hält das rote, gelbe, grüne oder blaue Kügelchen Kaugummi in den Händen. Und dann ab in den Mund. Ich glaub lecker waren die nie.
Inwischen
sind selten Kaugummikugeln in den Automaten, sondern meist
Plastikschmuck oder Glibbertiere. Aus modernen Großstädten sind die
Automaten meist schon komplett verschwunden. In Hamburg gibt es noch
relativ viele, aber auf dem Land gibt es an einigen Stellen regelrechte
Kaugummiautomatenparadiese. Kleine, große, intakte, vergessene... Im
Weserbergland zum Beispiel gibt es ausgesprochen viele die noch
ordentlich in Schuss sind. Und hier auf der Alb gibt es auch noch einige schöne. Der hier stammt aus dem Wendland in der Nähe von Gorleben.
Was ich so toll an diesen Automaten finde ist schnell gesagt, nämlich meist das Drumherum. Oft sind sie beklebt, beschriftet oder es steht etwas oben drauf oder daneben. Leere Flaschen, Pappbecher, Zimmerpflanzen. Am Besten finde ich den mit dem kleinen Gafitti.
Tolle Kaugummiautomaten könnt ihr euch bei Instagram anschauen unter #kaugummiautomat und #kaugummiautomatderwoche und bei einzeilicht.
Es gibt für mich immer
kleine Dinge, in die ich mich unsterblich verliebe. Die mich begeistern und deren
Anblick mich zu Jubelstürmen bringen. Die ich fotografieren muss, ganz
oft und immer wieder. Über die ich mich extremst freue wenn ich wieder
irgendwo ein neues Exemplar entdecke. Manchmal hält diese Liebe
nicht sehr lange an und etwas neues Begeisterungswürdiges tritt in mein
Leben, manchmal hält sie aber auch für immer.
Es gibt einige große Lieben, die dem Zahn der Zeit getrotzt haben. Und die möchte ich euch hier vorstellen. Heute: die Büdchenliebe.
Meiner
ersten großen Liebe bin ich im Pott verfallen: dem Büdchen. Oder ganz
ordentlich betitelt: der Trink- oder Verkaufshalle. Die gibt es
woanders unter anderem Namen auch, meist heißen sie dann Kiosk oder
Späti. Wichtig beim Büdchen, meist kann man nicht rein, sondern muss
die Klingel drücken wenn niemand da ist zum bedienen. Man selbst bleibt draußen vor dem Schiebefenster stehen und wird über den Trsesn bedient. Der Mensch im
Büdchen ist meist ein Teil der Einrichtung - Er oder Sie gehört regelrecht zum Inventar.
Sehr beliebt bei mir sind schnodderige Frauen mit lockeren Sprüchen oder
dickere Herren mit Jogginghose. Die trifft man ebenfalls auch gerne vor
dem Büdchen, wie am Tresen stehend, mit nem Pilsken und ner Kippe. Leider darf man direkt vor dem Büdchen inzwischen offiziell keinen Alkohol mehr konsumieren, macht es aber dennoch. Kinder gehen anne
Bude um Süßigkeiten zu kaufen. Die befinden sich lose in durchsichtigen
Plastikbehältern direkt am Fenster. Man muss mit Fingern auf die sauren
Pommes oder Lakritzbrezel zeigen die in die gemischte Tüte sollen, weil die mit Kugelschreiber aufgemalten Nummern auf den
Plastikboxen von der Sonne total verblichen sind. Oder wahlweise der Mensch in der
Bude nicht mehr gut hört oder sich zusätzlich noch lautstark
mit dem Pilskentrinker unterhält, "Hömma, weisse
noch...".

Aber zu meinem Entsetzen gibt es in einigen Gegenden gar keine Büdchen! In Baden-Württemberg zum Beispiel..
Keine Büdchenkultur ist für mich ja fast gleichbedeutend mit gar keiner
Kultur... Wie ekelhaft ist es denn bitte, seine beim Einkauf vergessene
Milch an der Tankstelle nachkaufen zu müssen? Und dann herrscht in Bawü
nach 22 Uhr auch noch komplettes Alkoholverkaufsverbot. Herrje!
Gut,
nun gibt es hier meine geliebten Büdchen nicht. Also kein Wegbier anne
Bude, aber da ich hier abends eh wenig bis selten oder gar nicht
ausgehe, brauche ich auch kein Wegbier mehr. Kann ich also auch ohne
Büdchen leben. Klümpkes kauf ich inzwischen auch lieber im Supermarkt
und nicht als gemischte Tüte für ne Mark am Büdchen. Ich bin wohl mitschuld am Büdchensterben wenn ich mir das so bedenke...
Die Nächste Liebeserklärung findest die hier: Klick