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Donnerstag, 27. Oktober 2016

Kunterbunter Schwarzwald - Herbst am Belchen und Feldberg

Da ich gar nicht so viel unternehme aktuell, habe ich passend zur Jahreszeit einen Artikel aus den letzten Tagen im September 2015 aus dem Archiv gezaubert. Mit etwas Wehmut denke ich an die schönen Tage im Schwarzwald zurück... ich hoffe bald geht es mal wieder los in Richtung Berge!

Kinners, ich war im Schwarzwald. Jetzt mal so richtig. Nicht im Nordschwarzwald, nein! Im Südschwarzwald. Bei den hohen Bergen und den tiefen Tälern. Besucht habe ich das Belchen und den Feldberg. Beide bin ich hinauf gelaufen, habe sie umrundet und bin wieder runter gelaufen. Ich musste nicht so viele Höhenmeter hinter mich bringen wie in den Alpen, dafür waren die Wanderungen umso länger. Und ganz schön schön nebenbei auch. Herbstzauber durfte ich erleben, mit roten Blaubeerbüschen und gelben Gras. Und mit Blicken auf weiche, runde Schwarzwaldhügel. Die so oft gepreiste Alpensicht wurde mir vom Wolkengott jedoch leider verwehrt.


Gewohnt haben wir in Todtnauberg, auf über 1.000 m. Dort haben wir Freitagnachmittag unsere Ferienwohnung bezogen und sind in der verbleibenden Tageshelligkeit noch zu den Stübenwasen rauf gestiefelt. Vorbei an friedlich grasenden Schwarzwaldkühen und durch wunderschön leuchtende rote Blaubeerbüsche. Leider hat es die Sonne nicht mehr hinter den Wolken her geschafft, trotzdem hat der kleine Ausflug sich gelohnt. Er bescherte uns einen schönen Ausblick auf den Feldberg und gab einen Eindruck von der Stille und der klaren Luft, die der Philosoph Martin Heidegger so an Todtnauberg schätze. Er hatte hier eine kleine Hütte und hat in dieser Abgeschiedenheit viel geschrieben und nachgedacht. Kann man gut in Todtnauberg.


Am nächsten Tag ging es mit dem Auto zum Parkplatz der Belchenbahn und zu Fuß hinauf auf den Gipfel. Auch wenn wir keinen Alpenblick hatten, ich fand es dort oben auch so ganz nett. Das Wolkenspektakel über und neben uns war filmreif. Und ganz kurz kam sogar mal die Sonne hervor. War das schön!


Nach ausgiebiger Pause auf dem Belchengipfel und einem Stück Schwarzwälderkirschtorte im Belchenhaus ging es dann an den Abstieg. Und an die nächste Pause. Und dann wieder an den Abstieg. 


Ganz besonders das Wegstück über den Hochkelch-Sattel zurück zum Parkplatz war eine wahre Freude. Schön gemütlich bergab, die Landschaft in junge Herbsttöne getaucht, zauberhafte Fernblicke und kleine Wege durch urige Wälder. Sehr abwechslungsreich und nach dem Trubel auf dem Belchen auch entspannt unüberlaufen. Und ruck zuck war die Wanderung auch schon zu Ende. 11 wirklich lohnenswerte Kilometer waren das.


Auf dem Rückweg haben wir noch kurz am Todtnauer Wasserfall Halt gemacht. Er ist mit 97 Metern der höchste Wasserfall Deutschlands. Über insgesamt vier Stufen fällt er ins Tal. Die höchste Stufe ist 60 Meter hoch. Wisst ihr Bescheid!



Am nächsten Tag rief der Feldberg. Auf dem höchsten Berg des Schwarzwalds (1.493 Meter) war ich noch nie. Darum, auf zum Gipfel. Erstmal haben wir den "Vorgipfel", den Seebuck erklommen, denn der Feldberg ist kein frei stehender Berg, sondern eher ein kleines Missiv. Auf dem Seebuck sind wir mit hunderten anderen Wanderern und teils doch sehr großen, lärmenden Wandergruppen bei eisigem Wind und nur 6° Celsius rüber zum Feldberg marschiert. Erst als wir dem Feldbersteig immer weiter bergab folgten, wurde es etwas ruhiger, leider aber kaum wärmer. Ich war froh Mütze und Handschuhe dabei gehabt zu haben. Merke: Auf dem Feldberg ist es oft sehr kalt und du bist nie allein.


Der Feldbergsteig ist eine der Top-Touren über das höchste Schwarzwald-Bergmassiv. Und das auch zu Recht, er bietet abwechslungsreiche Panoramen, es gibt einige schöne Hütten um einzukehren auf der Runde und naturnahe Wurzelpfade die gut zu laufen sind. Besonders schön fand ich den Abschnitt vor der Zastlerhütte. Hier waren die Feldberghänge wirklich kunterbunt in alle erdenklichen Herbstfarben getaucht. Ein echtes Naturspektakel. Leider fehlte uns das Sonnenlicht, so haben wir nur eine abgespeckte Variante ohne Licht zu sehen bekommen. War aber auch sehr eindrucksvoll.


Und Torte gab es auch noch. Zwar nicht auf der hier zu sehenden Zastlerhütte, sondern auf der Baldenweger Hütte, aber von der hab ich kein Foto. Nur von der schicken Torte. Immerhin!


Am Ende der Wanderung wartet noch der Feldbergsee auf den müden Wandersmann und die noch müdere Wandersfrau. Den konnte man ein paar Stunden zuvor vom Bismarck-Denkmal aus von oben bewundern. Baden ist hier verboten, aber sitzen und schauen ist gratis. Danach geht es nochmal ordentlich bergauf und schon ist der Ausgangspunkt der Wanderung wieder erreicht.


Das waren 2 sehr schöne Runden, tagesfüllend aber gut machbar. Uns hat die Sonne leider etwas hängen lassen, ich habe mordsmäßig gefroren, aber dafür gabs lecker Torte und viele warme Farben in der Natur. Danke Schwarzwald!


Wer auch mal im Südschwarzwald unterwegs ist, ich empfehle reinen Gewissens die beiden Touren die wir an dem Wochenende gelaufen sind.

Gelaufen sind wir die Touren 25 und 31 aus dem Rother Wanderführer "Schwarzwald Süd".

25 (rot): "Feldberg - Zastlerhütte - Feldsee", 12,8 km und 593 m Höhenunterschied.
31 (rot): "Jägerstüble - Belchen - Böllner Eck", 10,9 km und 624 m Höhenunterschied.

Noch mehr bunte Herbstbilder gibt es bei Instagram und auf Facebook.

Mittwoch, 6. Januar 2016

Die neue Wanderlust - Auf nach Bayern

Der Lonely Planet hat zum 11. Mal seine sogenannten "Best in Travel 2016" bekannt gegeben. "Welche Länder muss man 2016 besuchen? Welche Region gilt es zu entdecken, bevor sie aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht? In welcher Stadt finden die aufregendsten Veranstaltungen statt?".

Ich bin kein riesiger Fan vom Lonely Planet (ich mag es gerne etwas detaillierter), aber mich juckt es in den Fingern, meinen Senf dazu zu geben. Über Bayern, Wandern und alles drum herum. Los geht es!


Die Lonely Planet Top 10 Regionen für 2016

Unterteilt ist die ganze Geschichte vom Lonely Planet in "Länder, Städte, Regionen". Bei den Ländern sind unter den ersten 10 Botswana, Japan und die USA ganz oben. Bei den Städten Kotor in Montenegro, Quito in Ecuador und Dublin in Irland. 

Mich interessiert heute aber die Top 10 Rubrik "Regionen". Auf den ersten 3 Plätzen sind Transsilvanien in Rumänien, Westisland und Valle de Viñales auf Kuba.

Alles für mich mehr oder weniger unerreichbare, beziehungsweise noch unbereiste Gebiete. Eines davon könnte ich womöglich pro Jahr abklappern und kennen lernen, aber seien wir ehrlich, ich lande dann häufig ja doch eher in den Alpen oder am Mittelmeer.

Bayern

Ganz hellhörig bin ich bei den Top 10 Regionen geworden. Und zwar hat es Bayern auf Platz 8 geschafft. Hinter Hawaii, vor Costa Verde in Brasilien. Na wenn das mal nichts ist! 


Und da sind wir beim Thema. Der Berg-Hype. Die neue Wanderlust. Alpen-Alarm. Mein Thema!

Ich bin aus dem Norden recht weit in den Süden gezogen. Nicht nach Bayern, sondern nach Baden-Württemberg. Auch hier gibt es einige Erhebungen, ich lebe direkt am Albtrauf mit bis zu 1.000 Meter hohen Bergen. Zum Schwarzwald mit Feldberg und Belchen ist es nicht allzu weit, aber noch viel praktischer ist die relativ kurze Distanz zum Allgäu, nach Oberbayern und Österreich. Und wie man vielleicht schon hier auf dem Blog gemerkt hat, dorthin zieht es mich regelmäßig. Und ich schreibe noch nicht mal über jeden Ausflug, den ich in den Alpenraum mache.

Bier-Geburstag

Und wie lautet die Überschrift zum Bayern Artikel bei Lonely Planet? "Bayerns bombastischer Bier-Geburtstag". Oh Gott, oh Gott...

Ja schade. Bayern hat doch etwas mehr zu bieten als Bier. Aber Schwamm drüber. Bayern ist ein feines Bundesland. Ich habe noch wahnsinnig viele Ecken zu entdecken, ein paar wenige kenne ich inzwischen ganz gut. So war ich bereits ein paar Mal in und um Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen. Auch nach Österreich habe ich mich gewagt, ins Tannheimertal und ins Kleinwalsertal. Nun trink ich wenig Bier, mag aber Bayern trotzdem. Ich mag die Berge und Täler, die schnuckeligen Örtchen, die prunkvollen Kirchen mit ihren Zwiebeltürmen, die Almen und die vielen schönen ruhigen Fleckchen abseits der Hauptwanderwege. 


In Bayern gibt es neben den Alpen auch viele Seen, Schlösser und unzählige Aussichtspunkte. Urige Almen, einen ehrlichen Dialekt und für Nicht-Vegetarier eine große Auswahl an deftigen Speisen. Es gibt lebendige Bräuche und Traditionen. Alte Bauernhöfe mit Fensterläden und Geranien am Balkon. Kühe und Ziegen auf Almen und Bergwiesen. Kurz gesagt, es gibt sehr viel zu sehen. Und jede Jahreszeit hat so seine Besonderheiten zu bieten. Und Wandern geht immer!

Wandern

Bayern ist schön. Und Wandern ist meiner Meinung eine der schönsten Dinge die man so in seiner Freizeit machen kann. Anders als einem oft in Print-Magazinen und auf Online-Portalen verklickert werden will, benötigt man dazu nämlich rein gar nichts. Nur Schuhe und eine Regenjacke. Alles andere ist Beiwerk. Manches ist schön anzusehen, anderes extrem praktisch, aber eigentlich kann jeder Mensch einfach so los laufen, ohne Hilfsmittel. Kostenlos. Supertoll!


Wikipedia sagt zum Wandern: "Wandern ist eine Form weiten Gehens von mehreren Stunden". Mehr nicht. Und so sehe ich das auch. 


Wenn man also seine ersten Runden als Wandererin gedreht hat, verschwitzt in Jeans, zu wenig Wasser dabei, dann kommt man schon recht schnell selber drauf, was man verbessern kann. Sehr wichtig wäre da zum Beispiel, sicherzustellen, dass sich nicht verlaufen wird. Ein Wanderführer und/oder eine Wanderkarte sind zum Beispiel Gold wert.

Wandern verkaufen

Wandermagazine kaufen sich meiner Meinung nach eher Menschen, die in Großstädten leben und gerne wandern würden. Leute, die wirklich wandern, kaufen Wanderführer, oder Wander-Apps. Es gibt inzwischen unendlich viele Wandermagazine, die gerne mit den schönsten Touren durch Norwegen, Irland oder Neuseeland daherkommen. Eine neue Entdeckung ist das Magazin "Walden". Sieht gut aus, aber hier auf dem Land komme ich nicht an diese Zeitschrift ran. Die gibt's hier einfach nicht. Auch auf Dawanda gibt es wahnsinnig viele T-Shirts, Taschen, Stoffe, Tassen und Teller mit Outdoor Zeichnungen und Aufdrucken drauf. 


Bäume, Zelte, Rucksäcke. Überhaupt Rucksäcke! Ein Statement heutzutage. Der professionelle Wandersmann trägt Deuter. Daran erkenne ich Deutsche auf aller Welt. Die schicke Wandersfrau trägt heute gerne Fjällräven, Herschel oder Sandqvist Rucksäcke. In der Stadt. In echter Wanderumgebung trägt sie einen Damen Deuter Rucksack mit Plastikblümchen dran. Denn die schicken Stadtwanderrucksäcke sind dann doch irgendwie total unpraktisch wenn es ernst wird.

Und was man da für Geld ausgeben kann! Für Funktionskleidung. Ein Wahnsinn. Globetrotter und Sportscheck, North Face, Mammut, Patagonia, Vaude, Salewa, Hanwag... ich gehe da jetzt mal nicht näher drauf ein. Denn Outdoormarken sind auch Statements. 


Die Wanderregionen lassen sich immer wieder etwas neues einfallen, um noch mehr Gäste anzulocken. Von Ermäßigungskarten (z.B. das Sommerbergbahnticket) bis hin zu Großveranstaltungen auf den Berggipfeln (besonders in Kitzbühl), immer neuen ausgefallenen Aussichtsplattformen (Alpspix bei Garmisch-Partenkirchen) oder besonderen Themengondeln (z.B. Gondeling bei Nesselwang), nichts wird ausgelassen. Doch wer dem Trubel entgehen will, der läuft einfach ein paar Meter und hat meist wieder seine Ruhe.

Lesen und Sehen

Bücher über das Outdoorleben gibt es tausende. Wie überlebe ich in den Great Outdoors, was benötige ich zum campen, was nehme ich mit auf eine Weltreise? Auf meiner Leseliste steht seit ungefähr 2 Jahren "Walden" von Henry D. Thoreau und "Wanderlust - Ein Wanderbuch" aus dem Diogenes Verlag. "Into the Wild" von Joe Krakauer habe ich sowohl gelesen als auch den Film von Sean Penn geschaut. Natürlich.


Reiseblogs gibt es unendlich viele. Einige davon berichten hauptsächlich von ihrem Leben als Digital Nomad. Also über das Reisen und das darüber schreiben als Beruf. Andere schreiben von ihren Reisen, arbeiten mit Sponsoren zusammen und ganz viele finden alles total toll. Ich finde es darf ja auch mal geschrieben werden, dass Reisen nicht immer nur super ist, sondern auch viele doofe Momente beschert. Die Wahrheit ist doch immer die spannenste Version einer Reise. Wanderblogs gibt es auch einige, und auch wenn ich sebst oft über meine Wanderungen schreibe, finde ich es weit weniger interessant, darüber zu lesen als es selber zu tun. Aber für Inspirationen sind Blogs Gold wert, denn meist gibt es viele Fotos zu sehen und man kann beim Lesen einen guten Eindruck davon erhalten, auf was man sich so einlässt.

Kleine Lieblinge

Ich liebe Weltkarten und Globen. Reiseführer. Wanderführer. Wanderkarten. Reliefkarten. Dazu kommen Bücher über Flora und Fauna der jeweiligen Orte und Länder. Ich empfehle, in die örtliche Stadtbibliothek zu gehen, da gibt es oft eine große Auswahl an Reiseliteratur und der Besuch dort schont auch das Portemonnaie. Dieses Jahr habe ich zu Weihnachten dieses neue Lieblingsbuch geschenkt bekommen: "Alle Welt" von Aleksandra Mizielinska und Daniel Mizielinski aus dem Moritz Verlag. Toll!


Wandern macht den Kopf frei. Es geht darum, zu laufen. Eine längere Zeit. Womöglich bergrauf und bergrunter. Durch die Natur, an der frischen Luft. Nach einiger Zeit fängt man sich damit an zu beschäftigen, wie die Bäume heißen, auf welchen Bergen herumspaziert wird, was für Vögelchen da piepen und so weiter. Die im "Flow"-Magazin und anderen Zeitschriften so abgefeierte Achtsamkeit bekommt man beim Wandern also gratis dazu. Einfach so. Abschalten, genau hinhören, die Ruhe zelebrieren. Dabei kann dann sogar noch schöne Wohnungsdeko gesammelt werden. Wiesenblumen, Birkenholz, Moos, Blätter...

#Wanderlust

Wanderlust ist inzwischen ziemlich in und gar nicht mehr so altbacken wie noch vor ein paar Jahren. Auf Instagram läuft der Hashtag #Wanderlust echt gut, darunter werden wunderschöne Bilder gesammelt. Da macht das Stöbern richtig Spaß. Ich selbst lade fast nur Fotos von meinen Ausflügen und Reisen hoch, ich kann mich an den Bildern von schöner Natur kaum satt sehen. Für mich ist das wie ein digitales Tagebuch, ich weiß immer direkt, wann ich wo war. Schöne Erinnerungen kann ich so sehr gut und einfach für die Zukunft speichern und immer wieder für abrufen. 


Man kann fernwandern, bei sich zu Hause wandern, im Urlaub wandern oder für seine Gesundheit wandern. Pilgern, sich plagen, genusswandern, kurwandern und themenwandern. Nacht- und nacktwandern. Wattwandern, barfußwandern, in Gruppen oder alleine, für ein oder zwei Stunden, tagelang oder man macht sich direkt für mehrere Monate auf den Weg. Alles geht. Nichts muss.

Around the World

Und das allertollste am Wandern ist, dass man es fast überall machen kann. Egal ob an der Küste, im Flachland, in den Mittelgebirgen oder richtig in den Bergen. Einfach Schuhe anziehen und loslaufen. Und auch wenn ihr in einer überfüllten Großstadt wohnt, setzt euch in Bus und Bahn, fahrt zu einer Endhaltestelle und läuft los! Ihr werdet eure Heimat noch mal von einer ganz anderen Seite kennen lernen. Inzischen gibt es fast für jeden Ort und jede Region online kleine Wander- und Spaziertipps. Schaut einfach mal nach. 


Es ist also absolut nich nötig zum Wandern um die ganze Welt zu fliegen oder immer nur im Urlaub mal die Wanderstiefel zu schnüren. Wandern tut gut und macht glücklich. Auch am Wochenende oder an langen Sommertagen auch mal nach der Arbeit. Lasst es euch gesagt sein! Und wer wandert, der kann auch einkehren. Und zwischendurch faul in der Sonne liegen.Und die Pausen finde ich ja nunmal das schönste am zu Fuß durch die Gegend Laufen. So erlebt man die schönsten Picknicke und tollsten Lichtspiele!

Läuft bei mir!

Fazit: Bayern ist wirklich eine sehr tolle, abwechslungsreiche Region. Hand in Hand mit der neuen Wanderlust sind Bayern und Wandern ein absolutes Traumpaar. Schnürt eure Schuhe, packt den Rucksack! Lauft! Geht! Wandert! Nicht nur in Bayern. Ich werde dieses Jahr wieder versuchen, so viel zu wandern wie es nur geht. Und davon berichten.

Samstag, 19. September 2015

Die Nagelfluhkette im Allgäu - Warum ich wandern liebe, obwohl ich ungern bergauf lauf

Die Berge. Sie lassen mich aktuell nicht mehr los. Um Ruhe zu finden und mal richtig zu sich zu kommen, gibt es nichts besseres als zu wandern. Ich liebe es in der Natur zu sein. Immer und überall. Aber bietet das Meer Ruhe auf den ersten Blick, wollen Berge erobert werden. Und ich will erobern. Etwas machen. Entdecken. Berge rauf laufen ist für mich leider tatsächlich oft eine Qual, aber wenn die Aussicht dann endlich da ist, dann vergesse ich die Anstrenung sofort. Richtig schön sind die Pausen. Auf der Wiese sitzen und Käsebrot essen. Den Dohlen beim rumturnen zuschauen. Berggipfel zählen. Keinen anderen Gedanken nachjagen. Einfach nur froh sein über das Hier und Jetzt. 


Wie immer bei einem Wochenendausflug war am Freitag nicht mehr viel Zeit vor Ort, daher waren wir nur etwas am Alpsee bei Immenstadt spazieren. Danach sind wir auf einen Parkplatz bei der Gunzesrieder Säge gefahren und haben dort genächtigt. Diesmal war leider keine Ferienwohnung drin im Budget...

Donnerstag, 27. August 2015

Into the Wild - Im Nationalpark Berchtesgaden + etwas dunkle Geschichte

Mal so richtig raus. Rein in die Natur. Wildnis. Aber in Deutschland? Geht das? Ja, es geht! Und zwar in Bayern. Ganz im Südosten gibt es einen Zipfel Land, der nach Österreich hineinragt. Dort befindet sich der Nationalpark Berchtesgaden. Den einzigen Nationalpark in den deutschen Alpen wollten wir schon länger mal besuchen, aber die Entfernung ist zu groß, um einfach mal ein Wochenende dort zu verbringen. Also hieß es diesmal Urlaub nehmen und dann für 4 Tage inklusive Wochenende ab Into the Wild.


Die Wimbachklamm 

Es war sehr schlechtes Wetter angesagt, deshalb wollten wir die noch trockenen Tage nutzen, um möglichst viel zu sehen. Am Anreisetag sind wir nach Bezug unserer Ferienwohnung daher noch schnell in die Wimbachklamm nach Ramsau gefahren und haben dort eine Mini-Wanderung bis zum Wimbachschloss gemacht. Es war schon ziemlich spät, aber das hat uns nicht von unserem Vorhaben abgehalten. Als wir in der Klamm waren, schien noch etwas die Sonne und hat tolle Lichtspiele für uns in die Blätter und ins Wasser gezaubert.

Dienstag, 11. August 2015

400 Gipfel an einem Tag

Es ist Anfang Juli und die bisher heißesten Tage des Jahres stehen bevor, alle lechzen nach Abkühlung und den Sprung ins Wasser. Leider gibt es hier am Rande der Schwäbischen Alb keine Seen. Also haben wir uns gegen überfüllte Freibäder entschieden und für ein langes Wochenende in den Alpen. Genauer gesagt ging es nach Oberstdorf. Dort waren wir schon ein paar mal zum Wandern. Einfach ein top Ausgangspunkt für alle möglichen Aktivitäten. Und auf den Bergen ist es an heißen Tagen doch eigentlich immer schön kühl, und Seen gibt es auch. Also nix wie hin.


Wir haben uns diesmal richtig was gegönnt, es gab nämlich was zu feiern. Darum haben wir uns eine nette Ferienwohnung mit Blick auf Oberstdorf und die Bergwelt drumherum genommen. 

Montag, 3. August 2015

Auf Trallafitti im hohen Norden


Mein Herz gehört dem Norden. Ich bin als Kind fast jede Sommerferien mit meinen Eltern in Dänemark an der Nordsee gewesen. Später ging es dann eher Richtung Süden. Interrail durch Frankreich oder Sonnenbaden am spanischen Mittelmeer. Jahrelang war ich dann nicht mehr in Skandinavien. Vor ein paar Jahren, nachdem wir uns unseren VW Bus gekauft hatten, sind wir als erste große Tour nach Norwegen gereist. Ein wahrgewordener Traum war diese Reise. Und dann hatten wir auch noch so herrliches Wetter! Wir waren auch in Schweden und auf der Hin- und Rückfahrt in Dänemark, aber mein Herz habe ich definitiv in Norwegen verloren, irgendwo zwischen Bergen und den Vesterålen. Skandinavisches Design, diese besondere Lebensart, die atemberaubende Landschaft, einmalig! Ich könnte mich in der norwegischen Landschaft verlieren. Einatmen und für immer innehalten.

Mittwoch, 1. Juli 2015

Kreta - Ein Roadtrip durch den wilden Westen

Selten war ich so gespannt auf eine Reise wie auf diese. Und das gleich aus zweierlei Gründen. Zum Ersten ist Kreta die Insel, von der mein Bruder mir immer vorgeschwärmt hat. Er war ein paar Mal dort und mag die Insel sehr. Also bin ich ein bisschen auf seinen Spuren gewandelt und gewandert. 

Dienstag, 9. Juni 2015

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?! Auf Trallafitti in Bad Urach

Ich bin immer auf der Suche nach dem Glück. Vor ein paar Tagen bin ich ihm einen Schritt näher gekommen. Und zwar habe ich mir gedacht: "Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah!". Dieser so einfache, meist beiläufig angebrachte Spruch stammt aus einem Gedicht von Goethe. Wie jeder weiß, ist Goethe gerne gewandert. Und war dabei wohl auf der Suche nach dem Glück.
Erinnerung
Willst du immer weiter schweifen?
Sieh, das Gute liegt so nah,
Lerne nur das Glück ergreifen,
Denn das Glück ist immer da. 

Johann Wolfgang von Goethe
Das Gute liegt also nah. Folglich habe ich mal geschaut, was es bei mir so in der Nähe zu erwandern gibt. Und das ist viel. Ich könnte von zu Hause aus loslaufen, aber irgendwie brauche ich einen Überbau für meine Suche nach dem Glück. Einen Namen. Und den habe ich recht schnell gefunden. Drei Orte weiter liegt Bad Urach, ein staatlich anerkannter Luftkurort und Heilbad. Dort gibt es fünf Premiumwanderwege, das klingt doch dann auch nach Premiumglückserfahrung. Der aktuelle Plan ist, dass ich in diesem Sommer die fünf "Grafensteige" genannten Premiumwanderwege in Bad Urach wandern werde. Und zwar alleine. Den ersten Grafensteig bin ich vor 2 Wochen gelaufen, den Wasserfallsteig.

 

Mittwoch, 27. Mai 2015

Auf Trallafitti im Elsass - Je me promène

Nachdem ich euch schon ein bisschen die Schönheit der Orte im Elsass gezeigt habe, möchte ich heute etwas mit euch wandern. Nicht weit und nicht viel, nur etwas promenieren sozusagen, von Burg zu Burg.


Es gibt im Elsass viele Wanderwege die durch Wald und Feld führen, ohne dass Zivilisition gestreift wird. Durch Buchenwälder, an rotem Buntsandstein vorbei geht es bergauf und bergab. Highlights sind Burgen und Ruinen, die gerne auf markanten Felsen liegen. Ein echtes Wanderparadies! Für die Region gibt es daher eine Vielzahl an Wanderführern, wir kommen am Besten mit dem Rother zurecht. 

Sonntag, 8. Februar 2015

Auf Trallafitti den Albtrauf entlang - Die Winter Edition

In den letzten Wochen habe ich meine inzwischen ja gar nicht mehr ganz so neue Heimat im Winterkleid kennengelernt. Und was soll ich sagen, das Weiß steht der Landschaft hier immens gut. Ich habe unzählige Fotos von diesem wahnsinnig schönen Winterwunderland gemacht und einige bei Instagram verwendet. Dabei sind so viele tolle Fotos unter den Tisch gefallen... 


An dieser Stelle möchte ich daher einfach diese fast verloren gegangenen Bilder sprechen lassen und ein paar Impressionen von der Alb und dem Schönbuch zeigen. Alle Fotos sind bei kleinen Ausflügen ins Umland, am Albtrauf entlang oder oben auf der Albhochfläche entstanden. 

Los geht's!

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Das Gefühl zu wandern - ein abwechslungsreicher Spaziergang im Allgäu

Wandern ist nicht für jeden etwas. Das weiß ich. Auch für mich ist es oft zu anstrengend, dauert mir zu lang oder mir ist einfach nicht danach. Gerade im Winter, wenn die Tage kurz und das Wetter manchmal nicht unbedingt so toll ist, dann finde ich Wandern oft doof. Ich muss mir voll viel anziehen um nicht zu frieren, gehts dann bergauf wird mir sofort total heiß, dann ziehe ich mir die Mütze und Handschuhe aus, vielleicht sogar die Jacke. Spätestens dann merke ich, dass ein Handschuh fehlt und ich weiß nicht wohin mit der Jacke. Wenn ich großes Glück habe, dann verschwindet just in diesem Moment die Sonne hinter einer minifitzeligen Wolke und es wird so furchtbar arschkalt, dass ich die Jacke, Mütze und die wiedergefundenen Handschuhe (lagen im Schnee und sind nass geworden) sofort wieder anziehen muss um nicht zu erfieren.
Da mir generell das zu Fuß unterwegs sein aber trotzdem großen Spaß macht, liebe ich Spaziergänge. Kurze, lange, zu jeder Jahreszeit. Danach geht es mir einfach immer gut.

Ich bin gerne in den Bergen, auch im Winter. Ich fahre kein Ski und Schlitten auch nicht so gerne (klick). Aber durch Schnee zu stapfen und alles glitzert um mich herum, das ist traumhaft. Der Schnee schluckt alle Geräusche, allein er knirscht leise unter den Füßen und es lassen sich Schneemänner bauen oder noch besser: Schneeengel machen! Großer Spaß. Inzwischen habe ich auch wintertaugliche Klamotten und weiß, dass ich nicht so viel anziehen muss an sonnigen Dezembertagen. 

Lange Rede, kurzer Sinn, ich möchte hier eine traumhaft schöne Spazierrunde im Allgäu vorstellen, die auch für Wandermuffel etwas ist. Am Anfang geht es nur einmal etwas den Hügel rauf und direkt danach wartet schon ein tiptop Panorama auf Wanderfrau und -mann. Wer also im Allgäu in der Nähe von Sonthofen verweilt, dem lege ich diese kleine Runde ans Herz.

Die Wanderung ist 8,1 km lang und dauert ca. zwei Stunden. Höhenunterschied: insgesamt 220 m. Los geht es in Sigishofen. Hinter der kleinen Kapelle führt ein Wanderweg in den Wald hinein und den Berg hinauf. Hier muss der einzige, nicht allzu heftige Aufstieg gemeistert werden. Oben hält man sich an der großen Wegegabelung links und geht zur Wittelsbacherhöhe weiter. Dort oben auf einem großen Grasberg steht eine alte Linde (881 m) und zwei Bänke laden zum verweilen und Landschaftbestaunen ein. Was ein schöner Ausblick auf die vor einem liegende Bergwelt! 


Dann gehts weiter den Hügel runter zum klar sichtbaren Fahrweg. Dem folgen wir immer geradeaus. Im Ort Schweineberg biegen wir an der Hauptstraße rechts ab und hinter dem allerletzten einzeln stehenden Haus biegen wir links ab. Nach einer ganzen Weile treffen wir wieder auf eine Straße, laufen rechts lang ein ganz kurzes Stückchen bis zum Parkplatz und biegen dann ins ausgeschilderte Tiefenberger Moos ab. Halten uns rechts und folgen dem Wegelein. Hier wird es richtig schön! Bezauberne Moorlandschaft mit Birken und Gräsern, dazu ein einmaliges Bergpanorama im Hintergrund. Ich fühle mich dort wie in den Weiten Kanadas verloren, also wenn man sich die Straße und die anderen Menschen wegdenkt. 

Nun folgt man weiter dem Weg und es gibt verschiedene ausgeschilderte Wege zurück nach Tiefenberg. Mir hat der am linken Ufer des kleinen Bächleins gut gefallen (vor der Brücke links). In Tiefenbach geht es rechts die Straße am Hotel Sonnenalp lang und bald schon biegen wir rechts ab in den Weg zum Krebsbachtobel. Diesem folgen wir bis zum Ende. Das dauert eine Weile und wird zwischenzeitlich sogar recht spektakulär, weil tief! Leider müssen wir dann ganz zum Schluss noch ein kleines Stückchen links rum an der Hauptstraße entlang, aber schon nach kurzer Zeit geht es wieder ab nach Sigishofen. Und schon ist man wieder am Ausgangspunkt. 

Wer die Tour genauer nachlesen möchte oder noch mehr Inspirationen zu kleinen oder großen Wanderungen haben möchte, der schaue sich den Rother Wanderführer "Allgäu 1" an. Mit dem kann man in der Region Oberallgäu und Kleinwalsertal viele schöne Ecken entdecken. Und gerade rund um Oberstdorf gibt es viele Winterwanderwege und einige Routen die wirklich sehr leicht zu bewältgen sind. Zum Beispiel nach Einödsbach, dem südlichsten Ort Deutschlands. Und was für ein tolles Panorama dort auf die Wandersleut wartet, ein Träumchen, wenn man es denn sieht. Ich war dieses Jahr direkt zwei mal dort, im Spätsommer sah es dort so aus:


In Wahrheit wartet dort oben eine der tollsten Bergkulissen rund um Obrstdorf auf die Wandersleut. Nur halt nicht wenn ich dort unterwegs bin... Darum bin ich nochmal hin. Und was soll ich sagen, eigentlich sieht es dort so aus wie auf dem unteren Bild.



Mehr über Unternehmungen in den Alpen findet ihr unter anderem hier.

Mittwoch, 3. Dezember 2014

Wanderlust - Das schönste Wort der Welt


Reisen bildet. Ich habe schon das ein oder andere über die Welt gelernt. Leider bin ich sehr vergesslich. Darum muss ich wenn ich wieder zu Hause bin ganz viel nachlesen, entweder in Reiseführern oder im Internet. Und tatsächlich kann man sogar auch im Internet Sachen lernen, muss man also gar nicht reisen, wie praktisch. Habe ich doch vor ein paar Tagen mein Lieblingswort entdeckt. Wanderlust heißt es. Ein deutsches Wort aus den Zeiten der Romantik. In vielen Ländern rund um den Globus wird dieses Wörtchen benutzt, um ein starkes Gefühl auszudrücken, nämlich Fernweh. Was soll ich sagen, klingt Wanderlust nicht viel schöner? Lebendiger, aufregender, abenteuerlicher? Ich finde schon. Es vermittelt weniger Schmerz sondern vielmehr Vorfreude. Und schon habe ich es in meinen aktiven Wortschatz aufgenommen. Hier nehme ich diesen feinen Ausdruck jetzt mal ganz wörtlich und schreibe über meine Wanderlust und warum diese für mich mit Fernweh Hand in Hand geht. 
 

Dienstag, 18. November 2014

Bom Dia - Auf Trallafitti in Portugal


Es ist November und die Tage werden kürzer und dunkler. Was ist also das Beste, wenn man den Herbst genug zelebriert hat und mal wieder Lust auf Sonne hat? Genau, wegfahren! Oder eben fliegen! Das habe ich gemacht, recht spontan, recht rational, einfach mal geschaut, was das günstigste Angebot ist und gebucht. 7 Tage Albufeira in der Algarve. Ein Appartement für 160 Euro inklusive Flug. Da kann man nicht meckern. Also, Rucksack gepackt und ab in den Süden.


Im Sommer möchte ich hier keinen Urlaub machen, in Albufeira geht dann richtig die Post ab. Im November zeigt sich der Ort aber ruhig und verschlafen. Ein Mietwagen für die Zeit kostet uns nochmal 60 Euro und schon steht einer unvergesslichen Zeit in der Algarve nichts mehr im Weg.


Wie immer gibt es bei mir nicht "Die 10 Dinge, die man an der Algarve gemacht haben muss" oder "Die besten 10 Tipps für einen Urlaub in Portugal". Nein, ich kann nur erzählen, was ich so erlebt habe und was mir gefallen hat. Ich war gemeinsam mit Thomas bereits dreimal in Portugal. Einmal campen mit unserem Nissan Micra und Zelt, dann campen mit einem gegen den Micra eingetauschten Mazda, auch mit Zelt und dann das letzte Mal 2007 mit unserem VW Bus. Da ist er:


Jedesmal sind wir über Frankreich und Spanien bis Portugal gefahren, haben die Veränderung der Landschaft beobachten können. Haben uns den rauen Norden des Landes angeschau und uns in Porto verliebt (und in die kostenlose Portweinverkostung auf der gegenüberliegenden Flussseite des Douro in Vila Nova de Gaia). Wir sind durch Lissabon spaziert, haben im Bus unter dem Seefahrerdenkmal übernachtet. Haben leider auch echte Slums gesehen. Und unser Herz an die Westküste des Alentejo und der Algarve verloren. Die Südküste der Algarve hatten wir nie besucht, zu touristisch für uns. Daher konnten wir jetzt das für uns "andere" Portugal entdecken, die touristsche Ecke der Fels- und Sandalgarve.


Oben die Sandalgarve, unten die Felsalgarve.


Das Landschaftsbild der Sandalgarve rund um Lagos, die vom Wind abgewandte Seite der Algarve, wird durch Sandstrände und Lagunen geprägt. Hier ist ein Paradies für Vogelbeobachter. Flamingos, Purpurhühner, Löffel- und Pfeifenten, Schwarzkehlchen und viele andere Stand- und Zugvögel kann man hier wunderbar beobachten. Überall tiriliert und piept es. Die Strände sind lang und weiß, man kann auf vorgelagerte Inselchen wandern oder sich per Boot durch die Lagunenlandschaft schippern lassen. Ein nettes, unaufgeregtes Fleckchen Erde.


Die Felsalgarve, die dem Wind zugewandte Seite, besticht durch rote, steil abfallende Felsen mit traumhaften Buchten. Wirklich wunderschön ist es dort und ein wahrlich beeindruckendes Farbspiel. Hier ist im Sommer viel los, es werden alle möglichen Touren angeboten und oberhalb der Steilküste reiht sich Ferienanlage an Hotel an Ferienanlage. Aber meist sieht man all das nicht vom Strand aus.


Der westliche Teil der Algarve wird Costa Vicentina genannt und ist viel wilder und ursprünglicher als der Rest der Region. Hier findet man atemberaubende Strände, beeindruckende Felsen, riesige Wellen und somit auch viele Surfer. Für mich der schönste Teil der Küste. Die Dörfer im Hinterland sind klein und wirken, als wäre die Zeit stehen geblieben. Aber meist hält man sich doch am Strand auf, surft, schaut Surfern zu oder wirft sich mit dem Bodyboard in die Wellen. Oder trinkt nur einen Galão und schaut dem ganzen Treiben einfach nur zu.


Wahnsinnig viel Freude haben mir unsere Ausflüge ins weniger besuchte Hinterland gefallen. Kaum noch Tourismus, kleine Sträßchen führen durch Berg und Tal und zwischendurch warten kleine Ortschaften auf kurze Erkundungstouren. Nur in Monchique geht es wieder etwas lebhafter zu. Nicht weit entfernt liegt der höchste Berg der Serra de Monchique und damit der Algarve, mit gerade einmal 902 m ist der Fóia ein toller Platz, um den Blick von Küste zu Küste schweifen zu lassen. Hier sitz ich allerdings einen Gipfel niedriger, auch nett.


Total schön ist die Vegetation im Hinterland. Es duftet sogar noch im November fantastisch und die Erdbeerbäume blühen und tragen gleichzeitig Früchte. Hier die hübschen Erdbeerbaumfrüchte. Die Portugiesen stellen daraus einen Schnaps her.


Insbesondere in den Bergen bei Caldas ist die Region wasserreich und wirkt wie ein Garten Eden für Mensch und Tier. Die kühle Luft zieht im Sommer die Leute von der Küste rauf in die Berge, um mal ordentlich durchzuatmen. Hier gibt es viele Quellen und viele Möglichkeiten herrliche kleine Spaziergänge zu unternehmen.


Die Dörfer und Städtchen kann ich gar nicht aufzählen, durch die ich mit offenem Mund durchgefahren bin. Pferdefuhrwerke, alte Autos, Geschäfte mit Einrichtungsgegenständen aus einer anderen Zeit. Ich finde das herrlich. 


Und um doch noch einen Toptipp los zu werden, möchte ich jedem Algarvereisenden das Dörfchen Alte ans Herz legen. Inzwischen wird der Ort auch von Ausflugsbussen angefahren, aber morgens und abends hat man die Dorfidylle noch für sich. Schräg gegenüber der kleinen Markthalle gibt es eine Pasteleria mit dem Namen Agua Mel. Dort gibt es neben meinen heißgeliebten Pasteis de Nata (portugiesische Pudding Törtchen) auch Mandel-Zimt-Törtchen, die leckerer waren als alle, die ich je zuvor auf meinen Portugalurlauben gegessen habe. Und das waren wirklich landauf, landab in all den Jahren einige! 


Das war es auch schon über Portugal und die Algarve. Ich denke, das war für mich nicht das letzte Mal am westlichsten Ende von Europa. Es gibts zwar keine richtig hohen Berge, aber trotzdem kann man schöne, kleine Wandertouren machen. Und das gehört für mich ja inzwischen zu einem perfekten Reiseziel einfach dazu. Die Strände und tosenden Wellen suchen in jedem Fall ihresgleichen. Und so schöne weltvergessene Dörfchen findet man inzwischen auch nicht mehr an jeder Straßenencke. Fazit: Portugal ist eine Reise wert! Und wer mehr auf Kultur steht, Lissabon ist nicht wirklich weit. Und wer Lust auf noch mehr Bilder bekommen hat, der schaue doch einfach hier vorbei: Klick.
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