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Mittwoch, 13. Juli 2016

Ländleliebe

Ich war Spazieren. Immer wieder mal, kleinere und größere Strecken. Ansich kein großes Ding, aber doch gehen gerade diese kleinen Runden über altbekannte Straßen, Wege und Pfade schnell im eigenen Alltagstrott verloren. Wie schön die eigene Nachbarschaft ist, erkennt der Mensch oft erst, wenn er dort mit begeistertem Besuch langläuft oder erst nach längerer Zeit wieder spazieren geht. Beides habe ich gemacht. Mit dem verloren gegangenem "Eigentlich-doch-ganz-schön-hier-Blick". Ich habe zudem Städte in der näheren Umgebung besucht, die ich bisher noch nicht kannte und die mich größtenteils wahrlich entzückt haben.


Fang ich mal direkt im eigenen Vorgarten an, dort wächst aktuell nämlich Mais. Letztes Jahr war es Roggen, davor Weizen. Lange Zeit war das Feld braun und leblos, langsam wurde es grüner und inzwischen ist es schon recht hoch. Bald werde ich aus der Haustür treten und vor eine Maiswand laufen.


Der Frühling hier am Albtrauf war lange kühl und regnerisch. Ich war wenig draußen und hatte auch keinen großen Spaß zu fotografieren. Einmal habe ich eine große Blumenwiesen-Tour gemacht - und hatte keine SD-Karte in der Kamera. Das war eine bittere Enttäuschung am Ende des Tages. Nur ein paar Handybilder sind mir von dem wirklich schönen Ausflug geblieben. Schade!


Zum ersten Mal seit ich in Baden-Württemberg lebe war ich regelmäßiger rund um Stuttgart unterwegs. Bisher mied ich die Gegend auf Grund von Desinteresse. Dabei habe ich sowohl Stuttgart inzwischen ein bisschen ins Herz geschlossen, als auch die Umgebung. Man lernt nie aus, sogar auf den Fildern (nicht Feldern!) gibt es zwischen Kohl und Salat schöne Wege mit eindrücklichen Aussichten. In aufregender Weise habe ich außerdem einen weißen Ballon von den Feldern gerettet!


Stuttgart selbst habe ich Anfang des Jahres etwas besser kennen gelernt. Im Sommer war ich jetzt auch schon ein paar mal dort, leider meist abends oder bei Regenwetter. Am Feuersee hat es beispielsweise auch aus Eimern geschüttet. Und im Höhenpark Killesberg musste ich mich öfter Unterstellen, als dass ich spazieren gehen konnte.


Dann war ich ein paar mal in Böblingen. Eine nicht allzu schöne Stadt muss ich sagen, sorry Böblingen. Immerhin der Stadttümpel, von den Einheimischen "Böblinger See" genannt, bietet ein paar hübsche Ausblicke auf die Stadt mit dem vorzeigbaren Schloßberg. Sogar Bötchen fahren ist auf dem Tümpel möglich. Am besten lässt es sich jedoch mit einem Eis auf der Hand zu Fuß um den See schlendern. Apropos Eis...


Ich habe ein neues Hobby! Ich sammel Eistütenmülleimer. Oder was Eiswaffeln noch so sein können. Kaugummiautomaten zum Beispiel. Bisher habe ich erst 4, aber immerhin!


Einen der Eishörnchenmülleimer habe ich in Esslingen entdeckt. Was für eine schöne Stadt! So viele kleine verwinkelte Gässchen, Fachwerkhäuser, versteckte Plätze, nette Cafés und Restaurants. Und auf der Burg war ich noch nicht einmal! Muss ich also unbedingt noch mal hin, nach Esslingen am Neckar. Ich lese übrigens anstatt Eishörnchenmülleimer immer Eichhörnchenmülleimer. Aber die würden, wie der Name schon sagt, definitiv anders aussehen.


Zudem habe ich noch ein paar Ingens besucht. Hier heißt ja echt jeder Ort, jede Stadt, jedes Dorf irgendwas mit Ingen am Ende. Ich war zum Beispiel in den letzten Wochen in Nürtingen, Reutlingen, Wendlingen, Esslingen, Böblingen, Sindelfingen, Eningen, Pfullingen und ich weiß nicht in noch wie vielen Ingens. Löbliche Ausnahme: Herrenberg. Und Stuttgart. Herrenberg ist unten links zu sehen. Nürtingen ist auf den beiden oberen Bildern zu sehen und unten rechts zu guter Letzt, Reutlingen.


Damit auch wirklich alle besuchten Ingens zum Zuge kommen, noch Bilder aus Reutlingen oben links, Sindelfingen oben rechts und unten links, sowie Tübingen rechts unten. Nur von Wendlingen habe ich keine Fotos gemacht, der Stadtspaziergang dort war wenig beeindruckend.



Nach so viel Stadt bitte schnell zurück in die Natur. Wie immer war ich zwischendurch auf der Pfullinger Unterhose und habe dort die Aussicht genossen und bin dabei nass geworden. Und ich war auf dem Bolberg und habe die Weitsicht genossen und bin dabei nass geworden. Immerhin am Glemser Stausee war es trocken. Jippie!


Außerdem habe ich eine Liebe zur Baumfotografie bei der Auswahl der Fotos festgestellt. Ich scheine wohl einen bestimmten Blickwinkel zu mögen, sieht letztendlich ja auch ganz nett aus auf den Bildern. Diese sind meist auf Regenpausenspaziergängen entstanden, bis auf das Letzte. Die Runde bei der ich den Strohballen fotografiert habe, war sehr heiß und ich wurde von tausenden von Schmetterlingen begleitet. Langsam schleichen sich tatsächlich ein paar Sommertage ein.


Zum Abschluss einfach noch ein paar Impressionen mit viel grün, etwas blau und leider viel zu viel grau. Aber jeder einzelne Spaziergang wars wert. Auch wenn das Wetter nicht immer so gut und die besuchten Städte nicht immer total überweltigend waren. Raus gehen hilft. Gegen zu volle Köpfe und zu leere Batterien. Und je mehr ich hier wieder spaziere und umherfahre, desto mehr mag ich das Ländle. Nur den öffentlichen Nahverkehr, den kann man hier echt vergessen. Wie oft ich in letzter Zeit am Bahnhof stand und nicht von Ingen nach Ingen gekommen bin... gut wenn man einfach die Möglichkeit hat, direkt von zu Hause aus loszulaufen.

Donnerstag, 20. August 2015

Entern und kentern - Kanu fahren im Lautertal

Dieser Sommer macht seinem Namen alle Ehre. Hier im Süden ist es einfach nur heiß. Immer. Ohne Regen, ohne Abkühlung. Leider gibt es hier weiterhin keine Badeseen und ich habe eine persönliche Abneigung gegen Freibädern. Hier gibt es wirklich ganz tolle, aber irgendwie ist es mir da zu voll und es gibt zu viel Wespen und komische Menschen. Allerdings ist Thomas total wild auf Meer, Seen und Flüsse. In alles, wo man reinspringen kann, springt er rein. Also musste eine Lösung her. Wir setzten uns hin und überlegten, wohin es am Wochenende gehen könnte. Wir suchten Wasser, Ruhe und Schatten.


Gefunden haben wir all das im nahegelegenen Lautertal. Dort fließt, wer hätte das gedacht, die Lauter. Und zwar die Große Lauter. In der letzten Woche sind wir letztendlich dreimal dort hingefahren. Der Hitze wegen und dann wegen der Schönheit der Landschaft. Und das waren sehr unterschiedliche Tage, sag ich euch!

Freitag, 31. Juli 2015

And now for something completely different: Ein stürmischer Tag auf dem Stuttgart Festival

Ich liebe Musik. Gute Musik. Für mich war immer klar, was gute und was schlechte Musik ist, da hab ich ein Gespür für. Gute Musik ist ganz einfach die, die mir gefällt. Manchmal ist die Welt so einfach!! Ich war immer viel auf Konzerten und auf Festivals. Inzwischen gehe ich seltener auf Konzerte und fast gar nicht mehr auf Festivals, jetzt gab es aber mal wieder einen Grund, dies zu ändern. Gar nicht weit entfernt von meinem jetzigen, idyllisch-kaffigem Wohnort sollte tatsächlich ein richtig gutes Festival stattfinden, zum ersten mal das Stuttgart Festival. Einfallsreicher Name - dafür war aber das Lineup vielversprechend, FM Belfast, Christal Fighters, Dillon, Charity Children... Also Karten gekauft und nix wie hin.


Zuerst ein kleiner Einschub. Ich werde mit meinen Mitmenschen hier unten im Ländle ja leider nicht so warm. Darum lechze ich nach Veranstaltungen, bei denen ich vielleicht Menschen treffe, die nicht ein komplett konträres Leben zu meinem leben. Und ich freue mich schon darüber, wenn mich ein gewisses Level an Hochdeutsch umgibt. Und was im Festivalheftchen stand, das hat mich doch sehr angesprochen. Denn genau das stimmt, die Region benötigt so etwas wie das Stuttgart Festival. Dringend! Also Danke an alle, die das möglich gemacht haben. Danke für die tollen Bands und die schöne Atmosphäre!

Dienstag, 9. Juni 2015

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?! Auf Trallafitti in Bad Urach

Ich bin immer auf der Suche nach dem Glück. Vor ein paar Tagen bin ich ihm einen Schritt näher gekommen. Und zwar habe ich mir gedacht: "Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah!". Dieser so einfache, meist beiläufig angebrachte Spruch stammt aus einem Gedicht von Goethe. Wie jeder weiß, ist Goethe gerne gewandert. Und war dabei wohl auf der Suche nach dem Glück.
Erinnerung
Willst du immer weiter schweifen?
Sieh, das Gute liegt so nah,
Lerne nur das Glück ergreifen,
Denn das Glück ist immer da. 

Johann Wolfgang von Goethe
Das Gute liegt also nah. Folglich habe ich mal geschaut, was es bei mir so in der Nähe zu erwandern gibt. Und das ist viel. Ich könnte von zu Hause aus loslaufen, aber irgendwie brauche ich einen Überbau für meine Suche nach dem Glück. Einen Namen. Und den habe ich recht schnell gefunden. Drei Orte weiter liegt Bad Urach, ein staatlich anerkannter Luftkurort und Heilbad. Dort gibt es fünf Premiumwanderwege, das klingt doch dann auch nach Premiumglückserfahrung. Der aktuelle Plan ist, dass ich in diesem Sommer die fünf "Grafensteige" genannten Premiumwanderwege in Bad Urach wandern werde. Und zwar alleine. Den ersten Grafensteig bin ich vor 2 Wochen gelaufen, den Wasserfallsteig.

 

Sonntag, 31. Mai 2015

Die Kaugummiautomaten meiner Stadt - Auf Trallafitti auf Expedition in einer schwäbischen Kleinstadt

Sie sind vom Aussterben bedroht. Sie sind Individualisten. Sie benötigen mehr Aufmerksamkeit. Kaugummiautomaten. Immer mehr verschwinden auf Nimmerwiedersehen, werden zerstört und fristen ein trauriges, angekokeltes Dasein an schmuddeligen Straßenecken. Aber es gibt auch Lichtblicke. Gepflegte Automaten mit Stil. 


In meiner neuen Heimatstadt leben ungefähr 10.672 Einwohner. Und bisher habe ich 12 Kaugummiautomaten ausfindig gemacht. Kein schlechter Schnitt finde ich. Ein bisschen aus der Zeit gefallen sind sie ja, diese Kaugummiautomaten. Das passt gut hierher. Meiner Erfahrung nach findet man mehr intakte Automaten in kleinen Orten. In abgelegen, meist vielleicht sogar etwas ab vom Schuss. In solcher Umgebung geht es ihnen meist ganz gut. Ist die Welt drumherum in Ordnung, sind es meist auch die Kaugummiautomaten.

Donnerstag, 30. April 2015

April April, der macht was er will

Es ist wieder Zeit für einen kurzen Monatsrückblick. Der ist diesmal wirklich sehr interessant, denn der April hatte von Schnee bis Sommersonnenschein alles zu bieten. 


Am 1. April sah es bei uns morgens so aus wie auf dem oberen Foto. 10 Minuten später dann so wie auf dem unteren...

Mittwoch, 22. April 2015

Auf Trallafitti im Blütenrausch

Es ist endlich so weit, mein langersehntes Frühlingszauberland vor der Haustüre erblüht in schönster Pracht! Ich möchte mich in die Landschaft werfen und den Moment  für immer festhalten. 


Was für ein Wahnsinn, den der Frühling jedes Jahr aufs Neue wieder aus der Hosentasche zaubert! Und das Beste daran? Ich teile nicht nur gerne das Warten darauf wie die letzten Wochen geschehen, nein, ich lasse euch jetzt auch daran teilhaben!

Dienstag, 24. März 2015

#HalloFrühling - Warten auf den Lenz. Mein März.

Es ist März! Der Winter ist vorbei, es ist offiziell Frühling. Aber: So richtig was tut sich gar nicht. Ich muss wohl noch auf den richtigen, echten, farbenfrohen Frühling warten. Und weil ich ungerne alleine warte, warte ich mit euch gemeinsam.


Aktuell sieht es ziemlich vorfrühlingshaft aus, nicht so wie auf diesem Foto. Die Bäume sind noch kahl, es blühen ein paar Schneeglöckchen und langsam recken sich auch Narzissen aus ihrem Winterschlaf. Das morgentliche Vogelkonzert bekommt stetig neue Stimmen, wer aufmerksam lauscht, der kann schon ganz viele Vögel hören. Es sind bereits einige Zugvögel  aus ihren Winterquartieren zurückgekehrt und auch die heimischen Vögel die hier überwintert haben werden bereits aktiver. Sie balzen und fangen an Nester zu bauen. Insbesondere die Amseln sind schon fleißig und sind mit Moosstückchen und Gräsern im Schnabel zu beobachten.

Sonntag, 8. Februar 2015

Auf Trallafitti den Albtrauf entlang - Die Winter Edition

In den letzten Wochen habe ich meine inzwischen ja gar nicht mehr ganz so neue Heimat im Winterkleid kennengelernt. Und was soll ich sagen, das Weiß steht der Landschaft hier immens gut. Ich habe unzählige Fotos von diesem wahnsinnig schönen Winterwunderland gemacht und einige bei Instagram verwendet. Dabei sind so viele tolle Fotos unter den Tisch gefallen... 


An dieser Stelle möchte ich daher einfach diese fast verloren gegangenen Bilder sprechen lassen und ein paar Impressionen von der Alb und dem Schönbuch zeigen. Alle Fotos sind bei kleinen Ausflügen ins Umland, am Albtrauf entlang oder oben auf der Albhochfläche entstanden. 

Los geht's!

Mittwoch, 21. Januar 2015

Tschüss 2014, Hallo 2015!

Das Jahr 2014 Jahr war mein erstes komplettes Jahr hier im Dorf am Albtrauf. Ein Résumé will ich an anderer Stelle ziehen, heute sage ich einfach nur Tschüss 2014 und Hallo 2015! Und der Jahreswechsel war echt mega schön hier! Sehr idyllisch und entspannt.


Kurz vor Silvester hat es nämlich  2 Tage kräftig geschneit und hat die Umgebung hier in zauberhaftes weiß getaucht.



Ein im Hausflüg hängendes "Kehwochen" Schild  















Gott sei dank hatten wir keine Kehrwoche, sondern konnten die weiße Pracht dank ein paar freier Tage einfach nur genießen. (Kehrwoche = schwäbische Institution, Wikipedia sagt: "Die schwäbische oder württembergische Kehrwoche ist die geregelte Reinigung gemeinschaftlich benutzter Bereiche in Mehrparteienwohnhäusern im Gebiet des ehemaligen Württemberg. Sie beruht auf einer Vielzahl von Erlassen, die seit Ende des 15. Jahrhunderts in Württemberg herausgekommen sind, um die Menschen zu Ordnung und Sauberkeit im häuslichen Umfeld anzuhalten." Und die Kehrwoche wird hier SEHR ernst genommen!)


Angefangen hat der Winterspaß allerdings erstmal mit einem Kälteeinbruch der es in sich hatte. Am 28.12.2014 waren es -18,4°C! Und das ist wirklich ganz schön kalt! Danach die Tage hat es ordentlich geschneit und wurde gar nicht mehr richtig hell. Dennoch haben wir uns in den Schneesturm gewagt und sind die nahegelegenen Hügel runtergerodelt. Zuerst war das gar nicht so einfach, es gab einfach zu viel Schnee. Nach ein paar Rodelrunden hatten wir uns aber eine herrliche Stelle am Hang gut präpariert. Der Weg dorthin war zwar nicht lang, aber durch den Schnee recht beschwerlich. Es gab auch eine sehr schöne Zwischenstation an der wir immer recht lange pausiert haben, nämlich bei der frei stehenden Schafsherde, ganz ohne Zaun. 


Eine Herde Schafe steht auf einer verschneiten Wiese

Weiter den Berg rauf haben wir dann nicht nur unsere perfekte Abfahrtsstrecke gefunden, sondern auch einen tollen Platz um ins Jahr 2015 hinein zu feiern, mit Blick hinab auf die Stadt.

Verschneite Landschaft mit Rodelhügel


Von der Silvesterfeier gibt es leider nicht so tolle Fotos, der Blick auf das Feuerwerk unter uns war aber fantastisch. 


Am nächsten Tag sind wir dann für ein paar Tage in die Alpen gefahren, nachzulesen hier und hier. Und als wir dann nach den paar Tagen wieder zurück im Ländle waren, da war nicht nur der ganze Schnee weggeregnet, sondern unsere Schafe hatten auch plötzlich fünffachen Nachwuchs. So schnell kanns gehen!


Die Schafe besuche ich jetzt regelmäßig, die werden hier noch öfter mal auftauchen. Inwischen liegt wieder Schnee, die Lämmer gedeien trotzdem prächtig und es sind auch noch 2 schwarze dazu gekommen, zu sehen links am Baum.


Das war mein wirklich extrem unspektakulärer Jahreswechsel. Von mir aus kann es gerne so weiter gehen ;-)

Dienstag, 20. Januar 2015

Winter in Süddeutschland - Betrachtungen von einem Nordlicht

Aktuell erlebe ich meinen ersten "richtigen" Winter in Süddeutschland. Für die Einheimischen ist das wohl kein richtiger Winter dieses Jahr, aber ich finde das schon ganz ordentlich, den Schnee, das Eis, den Frost und die Glätte. Ich war schon mehrfach rodeln und bin bis zu den Knien im Schnee eingesackt, das habe ich bisher immer nur erlebt wenn ich extra irgendwohin in den Schnee gefahren bin, nicht vor der eigenen Haustür.


Letztes Jahr war ich im Winter auch schon hier, da ist dieser jedoch komplett ausgefallen. Und solange ich keine Kehrwoche habe, freu ich mich über die Schneeflöckchen vor meinem Fenster! Der Winter hier ist kalt (wir haben am Haus schon -18°C gemessen, dazu bald noch mehr), aber niemals so kalt wie die Winter die ich in Hamburg erlebt habe. Denn merke: hier fehlt meist der frostige Wind. Man kann also draußen spazierengehen in der Kälte, ohne dass man trotz 1.000 Klamotten fast erfriert.


Oft ist der Winter hier leider auch genauso grau und doof wie überall anders auch. Die meiste Zeit sogar. Aber hin und wieder fällt etwas Schnee, bleibt liegen und plötlich ist es hell und alles funkelnt. Wenn dann noch die Sonne raus kommt und der blaue Himmel lacht - OMG! Und diese Momente, in denen man über dem Nebel steht und sich wärmender Sonne erfreut, während weiter unten alles nass und grau ist. Einfach fantastisch! Auch wenn sich der blaue Himmel manchmal etwas schwer tut.


Ich erfreue mich dann an glitzernden Tropfen an Ästen oder einfach nur an Baumkonturen vor dem Horizont. Oder Inselchen die aus dem Wolkenmeer herausluken.



Im Norden war der Winter meist trübe und trist. Die Tage sind hier jetzt auch deutlich länger, es wird nicht ganz so früh dunkel. Und in der dunklen Jahreszeit zählt nunmal jede Minute Tageslicht. Zudem gibt es hier hin und wieder Föhn und es wird richtig warm, auch im Januar habe ich schon in Strickjäckchen auf einer Bank in der Sonne gesessen. 

Dafür gibt es hier relativ wenige Eisschollen zu bewundern. Die gabs häufiger mal auf Elbe und am Meer zu bestaunen. Wie zum Beispiel hier auf Sylt:


Oder hier am Elbstrand.


Toll war es in Hamburg, mit dem Schiff über die Elbe zu schippern wenn die Eisschollen dort umher trieben und jeder Wassertropfen sofort zu bizarren Skulpturen an Schiffe und Ufer gefror.


Oder die Binnenalster zufror.



Und wir auf der Außenalster spazieren waren... Ich merke schon, daraus mache ich einen eigenen Post! Winterhighlights im Norden. Ich such schon mal mehr Fotos raus... denn irgendwie ist Winter ja doch überall toll, wenn er sich denn von seiner schönen Seite zeigt.


Also, ich bin dann mal im Fotoarchiv! Bis bald!!! 

Dienstag, 30. Dezember 2014

Meine Gütle!

Ich liebe Gütle. Mehr dazu hier: Klick.  

2014 war ich viel vor der Haustüre auf Trallafitti. Dabei bin ich an einigen Gütleschätzchen vorbeigekommen, bei denen sich im Laufe des Jahres einiges verändert hat. Nicht nur, dass man die meisten der Gütle im Sommer gar nicht mehr sehen konnte, da Sträucher oder Bäume sie verdeckten. Nein, auch andere Geschehnisse konnte ich bei meinen Recherchetouren ans Tageslicht bringen. So wurde im Herbst bei einem meiner liebsten Gütle neue Farbe angebracht!!!!

Inzwischen ist 2015 und tiefster Winter. Ich war erneut auf Tour, im Schnee. Jetzt habe ich meine Gütle also ein gutes Jahr beobachtet. Schaut doch mal selbst was ich alles so entdeckt habe!

Montag, 20. Oktober 2014

Auf Trallafitti den Albtrauf entlang

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Eigentlich wollte ich schon länger was über Hamburg schreiben. Da kenne mich glaube ich ganz gut aus und als ehemals Einheimische und immer-noch-gerne-dort-als-Besuch-seiende kann ich einige Tipps und Ratschläge geben. Mach ich jetzt aber nicht. Denn über Hamburg ließt man ja nun wirklich überall. Vielleicht zeige ich euch irgendwann noch mal "mein" Hamburg, jetzt begleite ich euch aber durch ein langes Wochenende in meiner neue Heimat. Das ist möglicherweise weniger stylisch und cool, aber umso schöner. Willkommen bei "Auf Trallafitti den Albtrauf entlang - Teil I"! (Wer nicht genau weiß was der Albtrauf ist, der erfährt hier mehr.)


Montag, 13. Oktober 2014

Wo ist Daheim. Über Zechen, Containerschiffe und Butterbrezel


Wer viel unterwegs ist, hat irgendwann auch mal Heimweh. Aber wo liegt die Heimat, woher kommt der Schmerz? Wo ist zu Hause? Als ich auf der anderen Seite der Welt auf Trallafitti war, da war alles total klar. Ich komme aus Europa. Aus Deutschland. Der Rest hat erstmal nicht interessiert. In Asien wollte man von Thomas immer noch zusätzlich wissen, ob er verheiratet ist, wieviele Kinder er hat und was er verdient. Das macht man dort, um herauszufinden, wer in der Kommunikation höher gestellt ist und wer niedriger. Am Ende haben wir der Einfachheit halber gesagt, dass wir verheiratet sind und auf unser erstes Kind hoffen. Dann waren alle zufrieden und konnten uns einordnen.

Montag, 15. September 2014

Liebeserklärung Teil 3: Gütleliebe

Inzwischen habe ich hier bei "auf Trallafitti" bereits 2 Liebeserklärungen veröffentlicht. Kleine Oden an meine Büdchenliebe und meine Kaugummiautomatenliebe. Diese beiden begleiten mich schon einige Jahre. Ganz frisch hat sich eine neue große Liebe in mein Herz geschlichen: Das Gütle.

Ich kenne Schrebergärten und Kleingärten. Aber Gütle habe ich erst hier in Schwaben kennen gelernt. Gütle sind wohl sehr ähnlich, aber irgendwie auch komplett anders als ein Schrebergarten. Ein schwäbischer Garten halt. Ein kleines Gut, an dem am Feierabend oder Wochenende weiter gearbeitet (g´schafft) werden kann. Meist ist das Gütle ein Grundstück mit viel Wiese, Obstbäumen und Sträuchern, einem Gemüsebeet und vielen Blumen. Aber das tollste am Gütle sind die Hütten. Oft aus Holz, selbst zusammengezimmert oder mit kleinen bis mittelgroßen Gartenhäusern am Ende oder in der Mitte des Grundstücks. Ich liebe diese Holzhütten. Einige sind top gepflegt, andere verwunschen bewachsen, andere liegen in einem romantischen Dornröschenschlaf.


Seit ich hierher gezogen bin, bin ich immer wieder auf trallafitti vor der Haustür und fotografiere diese Kleinode der schwäbischen Beschaulichkeit. Dieses Jahr habe ich im Frühjahr, im Sommer und im Herbst einige Lieblingsgütle abgelichtet. Fehlt mir noch der Winter, aber der kommt schon schnell genug. Ich werde euch also auf dem laufenden halten, wie es meinen Lieblingsgütlen so ergeht. Welches hat einen neuen Anstrich bekommen, wo wurde angebaut und welches wächst immer weiter zu? Oder welches wurde gar aus dem Dornröschenschlaf erweckt - lest es einfach hier nach. Klick.

Leider besitzen wir selbst keins, aber allein das betrachten der Gütle von anderen Leuten bereitet mir totale Entspannung. Vielleicht kann ich euch ja mit meiner Gütleliebe etwas anstecken!

Mittwoch, 1. Januar 2014

Der Albtrauf - Was ist das eigentlich?

Der Albtrauf

Der Albtrauf liegt in Baden-Württemberg und Bayern und ist der nordwestlich ausgerichtete Steilabfall der Schwäbischen Alb. Bedeutet, dass es vom Albvorland aus gesehen auf einmal ein ganz schönes Stück bergauf geht, und zwar reicht steil. Die Stelle ganz oben nennt man Traufkante. Diese liegt im Südwesten auf rund 1.000 m, im Nordosten auf rund 650 m Höhe. Die Hochfläche oben ist wiederum recht flach. Der Albtrauf ist knapp 200 km lang.

Kurzgesagt, der Albtrauf ist eine lange Stufe in der Landschaft. 

   
Was kann der Albtrauf?

Der Albtrauf bietet wundervolle Aussichten und ist ein echtes Outdoorparadies.

Es gibt viele Burgen (Hohenzollern), Schlösser (Schloss Lichtenstein) und Ruinen (Burgruine Hohenneuffen) zu entdecken. Im Winter ist die Albhochfläche ein Wintersportparadies mit Skiliften und präparierten Langlaufloipen. Im Sommer blühen herrliche Blumen- und Orchideenwiesen, Schafsherden durchstreifen die Landschaft. An den Hängen des Albtraufs finden sich Wachholderheiden und Streuobstwiesen. Die Obstbäume verzaubern den Albtrauf im Frühling an vielen Stellen in ein wahres Blütenmeer. Es gibt Höhlen (Nebelhöhle, Bärenhöhle) zu besichtigen und überall Felsformationen und Vorsprünge zu bewundern (Mädlesfelsen, Wackerstein). Zu Hause sind am Albtrauf viele Tiere wie z.B. der Grünspecht, die Zauneidechse und viele Schmetterlinge. Die Möglichkeiten aktiv zu sein sind nahezu unbegrenzt, ob zu Fuß, mit dem E-Bike, per Paraglider, mit dem Pferd, als Kletterer oder Mountainbiker, für jede Aktivität gibt es eigene Routenvorschläge und Kartenmaterial. Das Wandern den Albtrauf entlang ist eine wahre Freude und die vielen Aussichtstürme des Schwäbischen Albvereins bieten tolle Panoramen (Schönbergturm). Es gibt Ferwanderwege (Der Albsteig, auch bekannt als Schwäbische Alb Nordrandweg, ist ein echter Klassiker unter den Fernwanderwegen: Er ist der Hauptwanderweg 1 des Schwäbischen Albvereins) und kurze Spaziergänge, Höhepunkt sind stets schöne Fernblicke über die Alb und das Vorland, manchmal sogar bis zum Schwarzwald oder den Alpen.

Weisse Bescheid!

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